Erschreckendes Testergebnis: Schlechte Noten für Multivitaminsäfte

Stiftung Warentest hat Enttäuschendes zu Tage gefördert

Wer sich und seinen Lieben etwas Gutes tun will, greift beim Getränkekauf gern zu Saft: Multivitaminsäfte gelten als vitaminreich und gesund – und damit als wesentlich gesünder als die ganzen Zuckersprudel. Soweit die Vorstellung. Die Realität sieht leider anders aus. Stiftung Warentest hat jetzt 22 Multivitaminsäfte genau untersucht. Fazit: Nur selten entspricht das Produkt den Erwartungen der Verbraucher.

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Studie Multivitaminsaft Stiftung Warentest
Kaum ein Multivitaminsaft erfüllt das Versprechen zu Naturnähe und Fruchtgehalt, ergab nun eine Studie der Stiftung Warentest. © Udo Kroener

Ein gutes Drittel aller Säfte bekam nur ein ausreichend oder war sogar mangelhaft. Besonders Säften aus Konzentrat fehlt oft das Fruchtaroma. Nur drei Testsäfte erhielten die Gesamtnote „gut“, sieben wurden als „ausreichend“ und ein Saft sogar mit „mangelhaft“ bewertet. "Für den Verbraucher ist es natürlich enttäuschend, wenn er erfährt, dass er gar nicht die geballte Ladung Frucht bekommt und dass sich in vielen Säften nur wenige Fruchtaromen befinden", weiß Nicole Merbach von der Stiftung Warentest.

Von den exotischen Früchten auf der Packung finden sich im Saft nur kleinste Mengen. Großzügig hingegen sind die Hersteller mit den Vitaminen. Doch diese stammen in der Regel nicht aus den Früchten, sondern aus dem Labor. "Hier sind die Hersteller großzügig, zu großzügig: Sie fügen hohe Mengen an Vitaminen zu, oft mehr als man braucht und auch mehr als sie auf der Flasche oder auf dem Karton versprechen", so Merbach weiter. Schließlich soll der angegebene Vitamingehalt trotz Lichtempfindlichkeit bis zum Ende der Mindesthaltbarkeit erhalten bleiben. Lichtgeschützte Verpackungen können also auch vor Vitamin-Überdosierung schützen.

Testsieger und -verlierer

Die Bestnote mit einer 1,5 hat nach Warentest die Saftmischung von Rabenhorst „11 plus 11“ verdient, mit einem Durchschnittspreis von 3,99 € pro Liter der teuerste Testsaft. Doch auf einen guten dritten Platz (Note 2,2) kommt der „Fruchtstern Mulitivitaminsaft“ des Discounters Netto für gerade mal 95 Cent pro Liter, nur knapp geschlagen von Amecke „Intense Multivitamin“ (1,69 €).

Im befriedigenden Test-Mittelfeld liegen die Eigenmarken der großen Discounter und Supermarktketten (mit den „mangelhaft“-Ausreißern albi, Bauer und Bari Multivitamin, Rauch Happy Day, Kaisers Star-Marke, sowie Edeka Rote Multi). Enttäuschend auch das nur ausreichende Abschneiden beider Multivitaminsäfte von „Hohes C“, weil es sich in gelber wie roter Variante um verdünnte Konzentrate und nicht um Fruchtsaft handelt.

Übrigens:

In puncto Gesundheit reicht für die Vitaminversorgung abwechslungsreiches Essen mit frischem Gemüse und Obst in aller Regel völlig aus. Ein zusätzliches Glas Multivitaminsaft pro Tag schadet weder Kindern noch Erwachsenen, bei einem ganzen Liter kann es jedoch zu riskanten Überdosierungen kommen. Personengruppen mit besonderem Vitaminbedarf sollten besser gezielt und nach ärztlicher Absprache geeignete Vitaminpräparate zu sich nehmen.

Den kompletten Test finden Sie im aktuellen Heft 3/2012 der Stiftung Warentest sowie online unter www.test.de