Erste Hinrichtung seit 12 Jahren: Ledell Lee stirbt durch die Giftspritze

Ledell Lee stirbt durch die Giftspritze
Ledell Lee stirbt durch die Giftspritze Erste Hinrichtung seit 12 Jahren 00:01:07
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Für Ledell Lee kam jeder Protest zu spät

Acht Menschen sollten in Arkansas innerhalb kurzer Zeit durch die Giftspritze sterben. Gerichte blockierten die Hinrichtungen. Doch für Ledell Lee waren die Rechtsmittel am Ende ausgeschöpft. 

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Bis zuletzt bestritt er den Mord, für den er verurteilt worden war

Am späten Abend des 20. April bekam Ledell Lee die Giftspritze. Zwölf Minuten später war er tot. Journalisten berichteten auf Twitter unter Berufung auf Zeugen, er habe anscheinend schnell das Bewusstsein verloren und nicht gelitten. Es war die siebte Exekution in den USA in diesem Jahr. Aber die erste Hinrichtung seit 12 Jahren in Arkansas.

Der Grund scheint geradezu absurd: Weil die Haltbarkeit eines Mittels der Giftspritze abläuft, sollen direkt acht zum Tode Verurteilte noch bis Ende April sterben. Einige von ihnen beteuern noch immer ihre Unschuld. Ledell Lee etwa sitzt seit 1993 in der Todeszelle. Bis zuletzt bestritt er den Mord, für den er verurteilt worden war.   

Seine Hinrichtung war wiederholt ausgesetzt worden. Der Rechtsstreit zog sich bis in die Nacht hinein. Ein Pharmahändler hatte geklagt: Er hatte dem US-Staat vorgeworfen, beim Kauf vorgetäuscht zu haben, ein Mittel zu medizinischen Zwecken benutzen zu wollen - nicht für die Hinrichtung.

Das höchste Gericht des Staates hob das Verbot der niedrigeren Instanz nur wenige Stunden vor dem geplanten Exekutionstermin auf. Schließlich prüfte der Oberste Gerichtshof der USA den Fall, lehnte aber eine Aussetzung der Vollstreckung ab.

Am Ende fand Ledell Lee seinen Tod. Die Hinrichtung der sieben weiteren Gefangenen bleibt zunächst blockiert. 


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