Flugbegleiter drohen vor Schlichtung mit "sehr langer" Streikperiode

Lufthansa soll Einspar-Empfehlungen prüfen

Der bisher längste Streik in der Geschichte der Lufthansa liegt noch nicht lange zurück, da erhöht die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo erneut den Druck auf die Lufthansa. Sollten die neuen Gespräche und die Schlichtung ergebnislos bleiben, müsse die Fluggesellschaft mit einer "sehr langen" Streikperiode rechnen.

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Neue Streiks Chaos am Flughafen
Nach den Chaostagen an den deutschen Lufthansa-Flughäfen gilt nun die Friedenspflicht. Dennoch droht die Flugbegleiter-Gewerkschaft bereits mit neuen massiven Streiks. © REUTERS, FABIAN BIMMER

Ufo-Chef Nicoley Baublies sagte dem 'Focus', wenn Lufthansa stur bleibe, "streiken wir alle vier oder alle 14 Tage oder alle drei Wochen mal". Zudem machte er deutlich, dass die Flugbegleiter-Gewerkschaft dazu ausreichend Reserven habe. "Wir haben 20 Jahre Mitgliedsbeiträge angespart", sagte er. Baublies rief zugleich das Management dazu auf, die Einspar-Empfehlungen von Ufo zu prüfen. "Wir haben einen Vorschlag gemacht, wie die Lufthansa acht Prozent oder 72 Millionen Euro Personalkosten jährlich einsparen kann", erläuterte er.

Vorerst müssen Lufthansa-Passagiere jedoch keine Flugausfälle durch Streiks befürchten, denn Ufo und die Lufthansa einigten sich gestern auf eine Schlichtung. Damit gilt, von heute bis zum Tag, an dem ein Schlichterspruch angenommen oder angelehnt wird, die Friedenspflicht.

Zuvor hatte die Lufthansa eine Kernforderung der Gewerkschaft erfüllt: Das Unternehmen will keine geringer entlohnten Leiharbeiter mehr auf seinen Berlin-Flügen einsetzen und diesen Beschäftigten Übernahmeangebote unterbreiten.

Flugbetrieb läuft wieder planmäßig

Nach Angaben der Lufthansa wollen die Tarifparteien bis Mittwoch ein vollständiges Schlichtungsabkommen unterzeichnen und sich bis Ende der Woche auf einen Schlichter verständigen. Bis dahin hätten beide Parteien Stillschweigen vereinbart, sagte ein Lufthansa-Sprecher.

Am dritten und bisher umfassendsten Streiktag der Lufthansa-Flugbegleiter musste das Unternehmen am Freitag etwa die Hälfte der planmäßig 1.800 Flüge streichen. Über 100.000 Passagiere waren von dem ganztägigen und bundesweiten Ausstand betroffen. Mittlerweile läuft der Flugbetrieb der Lufthansa aber wieder planmäßig.

Die Gewerkschaft fordert neben ihrem Kampf gegen die Auslagerung von Stellen Gehaltserhöhungen um fünf Prozent bei einer Laufzeit von 15 Monaten. Die Lufthansa hat dagegen eine Erhöhung um 3,5 Prozent über drei Jahre angeboten.