Foodwatch beklagt "Saftschwindel im Supermarkt" und fordert ehrliche Kennzeichnung

Diese Säfte sind wahre Zuckerbomben!
Diese Säfte sind wahre Zuckerbomben! Saftschwindel im Supermarkt 00:00:41
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Viele Safthersteller greifen zu legalen Tricks

Vorne Himbeeren und rosa Beeren, hinten Wasser, Apfelsaft und Zucker: Viele Saft-Hersteller schwindeln bei den Angaben auf den Verpackungen. Zwar sind ihre Tricks völlig legal. Verbraucherorganisation 'foodwatch' fordert dennoch eine ehrliche Kennzeichnung. 

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"Es ist ärgerlich, wenn man selbst am Saftregal den Zutaten-Detektiv spielen soll"

Denn nicht alles, was wie Saft aussieht, besteht zu hundert Prozent aus Obst. Oft ist Fruchtsaft mit Wasser verdünnt und mit Zucker gesüßt. Das alles erfahren wir nur, wenn wir auf der Rückseite das Kleingedruckte lesen. Daher ruft 'foodwatch' die Hersteller auf, ihre Produkte klar zu kennzeichnen: "Es ist ärgerlich, wenn man selbst am Saftregal den Zutaten-Detektiv spielen soll. Das muss aufhören! Die Hersteller müssen ihre Produkte endlich verständlich kennzeichnen und auf der Vorderseite der Verpackung Fruchtgehalt und Getränkeart angeben."

Bei einem Testeinkauf fiel 'foodwatch' auf, dass bei vielen Säften auf der Vorderseite nicht verraten wird, wie hoch der Fruchtgehalt ist. Dabei ist diese Angabe entscheidend, um echten Saft von Nektar oder Fruchtsaftgetränk zu unterscheiden. 

Saft, Nektar, Fruchtsaftgetränk - so unterscheiden sich die Drinks

Was viele nicht wissen: 'Saft' ist nicht gleich Saft. Echter Fruchtsaft muss zu hundert Prozent aus der Frucht stammen. Er wird entweder als Direktsaft oder als Saft aus Fruchtsaftkonzentrat angeboten. Fruchtnektar besteht dagegen nur zu 25 bis 50 Prozent aus der Frucht. Um Nektar einem echten Saft geschmacklich anzugleichen ist es erlaubt, ihm bis zu 20 Prozent Zucker zuzusetzen. Fruchtsaftgetränke haben nur entfernt etwas mit echten Säften zu tun. Sie enthalten je nach Sorte nur sechs bis 30 Prozent Fruchtsaft. Außer Wasser und Zucker erlaubt das Gesetz auch einen Zusatz von Vitaminen, Fruchtsäuren und Aromastoffen.

Auf den ersten Blick unterscheiden sich die Verpackungen im Saft-Regal jedoch kaum voneinander, so 'foodwatch'. Was sich wirklich in der Flasche verbirgt, erfährt nur, wer die Verpackung umdreht und die Zutatenliste liest.

Dass es auch verbraucherfreundlicher geht, beweisen zum Beispiel die Eigenmarken von Rewe und Edeka. Auf der Vorderseite von 'ja! ACE-Vitamin-Drink' ist gut lesbar, dass der Drink 32 Prozent Saft enthält. Und auch der 'Apfel Nektar' von 'Gut und Günstig' verweist vorne auf den 50-prozentigen Fruchtgehalt.

Solange jedoch nicht alle Hersteller so ehrlich sind, bleibt uns leider nichts anderes übrig, als die Zutatenliste zu lesen.