Formel 1: Sebastian Vettel vor Singapur-GP sicher: "Sollten besser sein als in Monza"

Marina Bay Circuit, Marina Bay, Singapore. Thursday 14 September 2017. Sebastian Vettel, Ferrari. World _J6I6535 PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY
Sebastian Vettel sieht keinen Grund, warum Ferrari in Singapur nicht stark sein sollte. © imago/LAT Photographic, imago sportfotodienst

Sebastian Vettel versucht die Erwartungen vor dem vielleicht entscheidenden Grand Prix in Singapur herunterzuspielen. Dabei bietet sich dem Ferrari-Piloten theoretisch keine bessere Chance mehr, Lewis Hamilton die Führung in der Formel-1-WM abzujagen.

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Vettel: Abgerechnet wird zum Schluss

Sebastian Vettel wollte sich in der Hitze von Singapur keinen zusätzlichen Druck aufhalsen. "Wir müssen gar nichts. Wir müssen höchstens die Chance ergreifen, wenn sie sich bietet", sagte der Ferrari-Pilot, der erstmals als Jäger in die entscheidende Phase der Formel-1-Saison geht: "Wichtig ist, nach dem letzten Rennen die Führung inne zu haben."

Vor dem Rennen in den Straßenschluchten der asiatischen Finanzmetropole (Sonntag, 14 Uhr live bei RTL oder online im RTL-Live-Stream bei TVNOW.de und in der TV NOW App) hat Vettel die Zeit vor allem in Italien verbracht. "Schön langweilig" im Vergleich zum neuen WM-Führenden Lewis Hamilton, der mal wieder um die Welt jettete und im Blitzlichtgewitter der New York Fashion Week mit Topmodel Heidi Klum oder dem ältesten Beckham-Sprössling Brooklyn posierte.

Hamilton im Vorteil

Das Momentum spricht sieben Rennen vor Saisonende klar für Hamilton - und gegen Vettel. Seit dem Kanada-Grand-Prix im Juni holte Mercedes-Star Hamilton 28 WM-Punkte mehr als der Heppenheimer. Doch Vettel weiß auch, dass Singapur als Ferrari-Strecke gilt, und dass es nach dem Desaster beim Heimspiel in Monza vielleicht sogar seine letzte Chance ist, das Ruder herumzureißen. "Ich bin zuversichtlich. Wir sollten theoretisch besser sein als in Monza. Ich sehe keine Hinweise, warum wir hier nicht gut sein sollten", sagte der 30-Jährige weiter.

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Lauda: Mercedes auf "Schadensbegrenzung" aus

Daran glaubt auch Mercedes-Teamaufsichtsratschef Niki Lauda: "Der Ferrari ist ein Super-Auto für Singapur." Der verwinkelte Stadtkurs ähnelt mit seinen engen Kurven und kurzen Geraden den Strecken in Monaco und Ungarn, wo Vettel in diesem Jahr gewann und Mercedes erhebliche Probleme hatte. Außerdem ist Vettel mit vier Siegen der 'König von Singapur'. Gewinnt er zum fünften Mal in der schwülen Hitze Ostasiens, sind die drei Punkte Rückstand auf Hamilton wieder in eine Führung gedreht.

Auch Vettels Ex-Team Red Bull dürfte eine gute Rolle spielen, weshalb Lauda bei den Silberpfeilen von "Schadensbegrenzung" als Zielsetzung sprach. Sollte sich Red Bull also tatsächlich zwischen Ferrari und Mercedes schieben, würde Vettel auf dem Weg zu seinem fünften WM-Titel doppelt gewinnen. Und so wie Hamilton jüngst Vettel die WM-Führung abjagte, könnte sich laut Lauda "das Blatt schnell wieder wenden".

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Qualifying in Singapur der Schlüssel

Daran glaubt Hamilton natürlich nicht. Oder will zumindest nicht dran glauben. "Ich gehe sehr positiv ins Rennen", sagte der 32-Jährige: "Auch wenn die Anderen natürlich viel Downforce haben: Wir werden wieder stark sein." Zudem befindet sich Hamilton nach eigener Aussage im "Beast Mode", der Engländer hat als erster Fahrer in dieser Saison zuletzt zwei Rennen in Folge gewonnen. Mit diesem Rückenwind ist ihm alles zuzutrauen.

Eine besondere Bedeutung hat auf dem engen Stadtkurs das Qualifying. Sieben der bislang neun Rennen in Singapur gewann der Pole-Setter. Und auch wenn für den Rennverlauf bei einer Safety-Car-Quote von 100 Prozent etwas Ungewissheit herrscht, kommt dem Samstag laut Hamilton große Bedeutung zu: "Die Autos sind dieses Jahr noch breiter, daher wird das Qualifying der Schlüssel sein." Bei den Pole Positions steht es zwischen Vettel und Hamilton in Singapur übrigens 3:3.