Fukushima: Unterirdischer Schutzwall gegen Radioaktivität

300 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser ausgelaufen

Die japanische Regierung stellt umgerechnet rund 360 Millionen Euro bereit, um die zuletzt drastisch gestiegene Strahlenbelastung am Katastrophenreaktor von Fukushima wieder in den Griff zu bekommen. "Die Welt schaut auf uns, um zu sehen, ob wir die Stilllegung des Atomkraftwerks Fukushima bewerkstelligen, einschließlich der Probleme mit verseuchtem Wasser", sagte Japans Ministerpräsident Shinzo Abe bei einem Ministertreffen zur Verabschiedung eines Aktionsplans.

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Fukushima
Aus den gigantischen Speichertanks tritt radioaktiv verseuchtes Wasser aus. © dpa, Japan Nuclear Regulation Authori

Geplant ist unter anderem, um den Reaktor einen unterirdischen Schutzwall aus gefrorener Erde zu errichten, um die Wasserströme zu begrenzen. Zudem soll ein verbessertes System zur Wasseraufbereitung die radioaktive Verseuchung des Wassers deutlich reduzieren. Zuletzt war an der Ruine des havarierten Atomkraftwerks eine drastisch erhöhte Strahlenbelastung entdeckt worden, die innerhalb weniger Stunden zum Tod führt. Unter anderem waren 300 Tonnen hochradioaktiv verseuchtes Wasser aus einem Lagertank ausgelaufen.

Kein Zuschlag für Olympische Spiele wegen Fukushima?

Die gestiegene Strahlung mindert auch die Chancen der japanischen Hauptstadt auf einen Zuschlag für die Olympischen Spiele 2020. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheidet am Samstag zwischen den Bewerbern Tokio, Madrid und Istanbul. Offiziellen Angaben der japanischen Regierung zufolge ist die radioaktive Belastung in Tokio, das von der Unglücksstelle 230 Kilometer entfernt liegt, nicht höher als in London oder New York.

In dem Akw Fukushima war es am 11. März 2011 nach einem Erdbeben und einem Tsunami zur Kernschmelze gekommen. Seitdem kämpft der Betreiber Tepco mit einer stetig zunehmenden Menge an hoch radioaktiv verseuchtem Kühlwasser.