Gefährlicher Vogelkot: Frankfurt gibt Nilgänse zur Jagd frei – Naturschützer wehren sich

Frankfurt: Nilgänse werden zum Abschuss freigegeben
Frankfurt: Nilgänse werden zum Abschuss freigegeben Streit um die Nilgänse-Invasion 00:01:49
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Streit zwischen Stadt Frankfurt und Naturschutzbund

Naturschützer und die Stadt Frankfurt diskutieren heftig über die Nilgänseplage in umliegenden Freibädern und Parks. Während die Stadt nun die Schussfreigabe für die ursprünglich afrikanischen Nilgänse erwirken konnte, hält der Naturschutzbund diese Maßnahme für nicht angemessen.

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Dilemma der Nilgänseplage

Lange ging es um den bloßen Dreck, den die Nilgänse vor allem in den umliegenden Frankfurter Schwimmbädern verursachen. Doch dann kam bei einer Untersuchung von Proben des Frankfurter Brentanobad heraus: Der Vogelkot, der in den Schwimmbecken und umliegenden Liegewiesen landet, enthält Salmonellen und Darmbakterien. Die können für Babys und Kinder sogar gesundheitsgefährdend werden. Auch wenn das Badewasser gechlort ist – der Kot liegt auf den umliegenden Wiesen herum sodass Kinder schnell damit in Berührung kommen können. Aber müssen die Tiere gleich abgeschossen werden? Darüber sind sich nicht alle einig - das Dilemma ist perfekt.

Das ganze wilde Treiben der Nilgänse und was die Stadt und was die Frankfurter Bäder alles schon dagegen unternommen haben, das erfahren Sie im Video.

Naturschutzbund hält den Abschuss der Nilgänse für unsinnig

ARCHIV - Bei strahlendem Sonnenschein futtern am 24.07.2012 im Kurpark in Bad Schwalbach afrikanische Nilgänse Brotkrumen. (zu dpa «Frankfurt gibt Nilgänse zum Abschuss frei - Protest der Tierschützer» vom 16.08.2017) Foto: Fredrik Von Erichsen/dpa +
Nilgänse sorgen gehörig für Unmut. © dpa, Fredrik von Erichsen, fve axs rho

Viel haben die Frankfurter Bäder schon gegen die Nilgänseplage versucht – vergebens. Daher erwirkte der Chef der Frankfurter Bäder zusammen mit der Stadt nun eine Jagderlaubnis auf die Tiere. Ab dem 1. September 2017 bis zum 15. Januar 2018 sind sie daher von der Unteren Jagdbehörde zum Abschuss freigeben worden.

Doch Naturschützer halten die Abschussfreigabe für unsinnig. Wie die 'Frankfurter Neue Presse' berichtet, glaubt Volker Bannert, der Vorsitzende des Naturschutzbundes Frankfurt, dass die Nilgänse nächstes Jahr ohnehin wiederkommen würden.

Das Problem sei vor allem, dass Menschen Essbares in Parks und Freibädern hinterlassen, das die Vögel dann fressen. Das findet auch Martin Hormann, Agrarwissenschaftler der Vogelschutzwarte. Für ihn ist nicht die Jagd, sondern ein Fütterungsverbot die Lösung des Problems. Der Abschuss der Tiere sollte der letzte Ausweg sein.

Wo kommen die Nilgänse eigentlich her?

Der Name lässt die Herkunft schon erahnen: Nilgänse stammen aus Afrika, ihre ursprüngliche Heimat ist der Fluss Nil. Der Entenvogel kam in den Siebzigerjahren nach Deutschland und breitete sich entlang des Rheins aus. Vorwiegend leben Nilgänse in der Nähe von Seen, Flüssen, Parks oder eben auch Freibädern. Besonders in den letzten Jahren hat sich die Population vervielfacht, weswegen sie zu einer immer größer werdenden Plage wurden.