Gefälschte Job- und Wohnungsanzeigen im Netz: So erschleichen sich Betrüger Ihre Daten

Gefälschte Job- und Wohungsanzeigen im Netz
Gefälschte Job- und Wohungsanzeigen im Netz So erschleichen sich Betrüger Ihre Daten 00:01:25
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"Die Anzeige, auf die Sie sich beworben haben, haben wir nie geschaltet"

Was machen Sie, wenn Sie im Netz eine Stellenanzeige sehen, die wie für Sie gemacht zu sein scheint? Richtig, sie bewerben sich. Genauer gesagt schicken Sie ein Anschreiben mit Kontaktdaten, Zeugnisse und einen Lebenslauf an das Unternehmen. Doch was, wenn die Firma die Anzeige gar nicht geschaltet hat und Betrüger dahinter stecken? Mit dieser Masche kommen Kriminelle immer häufiger an Daten. Im schlimmsten Fall missbrauchen sie ganze Identitäten.

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Betrüger richten sich Fake-Accounts ein und lassen Rechnungen an die echten Benutzer schicken

Das Opfer, mit dem wir gesprochen haben, möchte nicht erkannt werden. Zu groß ist die Angst vor den Betrügern, denn sie haben nichts Gerningeres als seine Identität. Mit seinen Kreditkartendaten könnten sie Online-Einkäufe tätigen oder in seinem Namen illegale Inhalte herunterladen. An die Daten kamen die Cyberkriminellen durch eine gefälschte Stellenanzeige auf einem großen Jobportal.

"Skeptisch wurde ich, als ich nach zwei Wochen noch keine Eingangsbestätigung bekommen habe. Dann habe ich bei der Firma angerufen und gefragt, ob meine Daten angekommen sind, und da wurde mir mitgeteilt: 'wir haben ihre Daten gar nicht'. Die Anzeige, auf die sie sich beworben haben, haben wir nie geschaltet", sagt der Mann. Eine beliebte wie perfide Masche, weiß Christoph Schulte vom Landeskriminalamt Hessen. "Die Betrüger sammeln diese Daten, um sich Fake-Accounts einzurichten. Das heißt, die Identität der mutmaßlichen Bewerber zu übernehmen und damit kriminelle Handlungen zu begehen, wie zum Beispiel Einkäufe zu tätigen und die Rechnung dann an den Original-Inhaber dieser Daten zu versenden.“

So können Sie sich schützen

Eine weitere Masche der Betrüger: Sie bieten auf Online-Portalen attraktive Wohnungen zu niedrigen Preisen an. Oftmals geben sie vor, im Ausland zu wohnen und verlangen eine Kaution per Vorkasse, damit sie den Schlüssel für die Wohnungsbesichtigung schicken. Tatsächlich gibt es weder einen Schlüssel, noch eine Wohung. Das Geld ist futsch.

Die Verbraucherzentralen raten daher, sich nur auf persönliche Schlüsselübergaben einzulassen. "Senden Sie keine Kopien Ihres Personalausweises, sonstiger Kreditkartendaten oder Zahlungsdaten und machen Sie keine Zahlung per Vorkasse", rät Julia Zirfas von der Verbraucherzentrale Hessen. Außerdem sollte man misstrauisch werden, wenn eine Wohung viel günstiger ist als es dem Mietspiegel der betreffenden Stadt entspricht.

Bevor Sie sich per Mail bewerben, sollten Sie das Unternehmen telefonisch prüfen - auch wenn die Anzeige auf einer großen und bekannten Jobbörse zu finden ist. So können Sie sichergehen, dass ihre Identität nicht von weltweit agierenden Kriminellen missbraucht wird.



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