Geisterfahrer kracht auf A5 frontal in Auto - Rettungsgasse oder Erste Hilfe Fehlanzeige

Das Autowrack eines 79 Jahre alten Geisterfahrers steht am 10.05.2017 auf der Autobahn 5 nahe dem Hattenbacher Dreieck.
Kollision mit einem Geisterfahrer auf der A5 bei Bad Hersfeld © dpa, Philipp Weitzel, rho

Unfallopfer überlebten schwerverletzt

Es ist eine leidige Angelegenheit für Rettungskräfte: Immer wieder scheinen Autofahrer zu vergessen, wie eine Rettungsgasse gebildet wird, geschweige denn wie Erste Hilfe geleistet wird – mit teils üblen Folgen. Bei einem Unfall auf der A5 bei Bad Hersfeld überlebten jetzt die Opfer schwerverletzt.

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Rettungskräfte kamen im Schneckentempo voran

Ein 79 Jahre alter Geisterfahrer ist auf der Autobahn 5 mit seinem Wagen frontal in ein entgegenkommendes Auto gekracht. Bei dem Unfall wurden beide Fahrer schwer verletzt und mussten aus ihren demolierten Autos erst befreit werden. Allerdings mussten die Verletzten länger als nötig auf Rettungskräfte warten, weil die Verkehrsteilnehmer im Stau keine Rettungsgasse gebildet haben, so ein Sprecher der Polizei Fulda.  

Mit Martinshorn und Blaulicht kämpften sich die Retter teilweise im Schneckentempo zur Unfallstelle vor. "Es war wirklich belastend für die Unfallopfer, sie warteten eingeklemmt auf Hilfe", sagte ein Polizeisprecher am Unfallort. Zudem hätten gleich mehrere andere Fahrer keine Erste Hilfe geleistet.                                                            

"Katastrophale Zustände"

Kein Einzelfall! Immer wieder können Rettungskräfte nicht schnell genug Leben retten, weil sie bei ihrer Arbeit behindert werden. Erst Anfang dieser Woche hatten rund 80 Schaulustige nach mehreren Lkw-Auffahrunfällen mit einem Schwerverletzten auf der A6 nahe Nürnberg die Rettungsarbeiten behindert. Die Ladung eines Getränkelasters hatte sich über die gesamte Fahrbahn verteilt – anscheinend ein tolles Video- und Fotomotiv für die Gaffer. Ein Polizeisprecher sprach von "katastrophalen Zuständen".

Wie werden Rettungsgassen richtig gebildet?

Seit Dezember 2016 gilt eine neue Regelung für Rettungsgassen. Demnach müssen Autofahrer !zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden". Davor hatte sich die Bildung der Rettungsgasse nach der Zahl der Fahrstreifen gerichtet. Auf vierspurigen Autobahnen musste etwa die Mitte freigehalten werden. Wird keine Rettungsgasse gebildet, droht dem Fahrer ein Bußgeld in Höhe von mindestens 20 Euro.

Niedersachsen hat über den Bundesrat eine Gesetzesinitiative angeschoben, wonach künftig Haft- oder Geldstrafen drohen sollen, wenn die Arbeit von Polizei und Rettungskräften behindert wird.

Rettungsgasse richtig bilden
Rettungsgasse richtig bilden 00:02:11
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Im obenstehenden Video zeigen wir Ihnen, wie Rettungskräfte in einem anderen Fall verzweifelt versuchen zur Unfallstelle zu gelangen. Auch im Video zu sehen: Die neue Regelung zur Bildung von Rettungsgassen.


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