Geliebt und gehasst bis in den Tod: Margaret Thatcher stirbt mit 87

09.04.2013 | 09:55
Margaret Thatcher Tod Eiserne Lady Die ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher polarisiert über ihren Tod hinaus.

"Ich bin überrascht, wie unwürdig viele Briten mit Maggie Thatcher jetzt umgehen"

Abschied von der 'Eisernen Lady': schon kurz nachdem die Nachricht von ihrem Tod bekannt wurde, kamen die ersten Verehrer, um Blumen vor ihrem Haus abzulegen. Es ist der Abschied von einer Frau, die das Land wie keine andere spaltete. Als Margret Thatcher 1979 als erste Frau Premierministerin wurde, jubelte das Volk und sie selbst wollte die Briten einen.

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Während ihrer 11-jährigen Amtszeit setzte sie dagegen wenig auf Konsens: sie führte Krieg gegen Argentinien, die Gewerkschaften und den Wohlfahrtsstaat: kürzte Sozialprogramme und Kultursubventionen. Die Folge: Krawalle und Proteste. Auch wenn der gewonnene Falklandkrieg ihre Popularität steigerte, sie bleibt umstritten, bis in den Tod.

Uli Klose, langjähriger RTL-Korrespondent in London, sagt: "Ich bin überrascht, wie unwürdig viele Briten mit Maggie Thatcher nach ihrem Tod umgehen". Als Beispiel nennt er einen Gewerkschaftsboss, der sagte, Thatchers Todestag sei ein "großartiger Tag, weil sie die Arbeiterverbände kaputt gemacht hat". Zudem gab es zynische Partys, bei denen der "Tod der Hexe" gefeiert wurde.

Kein Staatsbegräbnis für die 'Eiserne Lady'

Kritiker werfen ihr bis heute vor, dass sie die Grundlagen für die Finanzkrise geschaffen habe, indem sie auf den Bankensektor setze und nicht auf herstellende Betriebe. "England ist wirtschaftlich jetzt viel mehr wie Amerika, jeder kämpft ums eigene Überleben, muss hart arbeiten, gleichzeitig hat aber die Armut zugenommen und die Unsicherheit, ich finde sie hat Großbritannien, zu einem hässlicheren Ort gemacht", sagt beispielsweise Kevin Maguire von der angesehene Zeitung 'Daily Mirror'.

Nach der Todesnachricht wurden die Flaggen am Sitz des Premierministers auf Halbmast gesetzt, David Cameron brach seine Europareise ab, um seine Partei-Freundin zu würdigen. "Wir haben eine große Führungsperson, eine große Premierministerin und eine große Britin verloren", sagt der Premierminister. Auch viele Staatschefs aus dem Ausland würdigten Thatcher, die zuletzt sehr zurückgezogen lebte, als herausragende Politikerin. Ein Staatsbegräbnis bleibt der eisernen Lady indes verwehrt. Als letzte Ehre bekommt sie eine Trauerfeier mit militärischen Ehren.

Bildquelle: Reuters