Getreidepreise auf Rekordhoch - Brot und Brötchen werden teurer

Experten: Auch Spekulanten tragen Verantwortung

Unter anderem aufgrund der dramatisch gestiegenen Getreidepreise müssen wir uns schon bald auf höhere Brotpreise einstellen. "Mittelfristig werden wir die Preise anpassen müssen", sagte der Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, Amin Werner, der 'Welt am Sonntag'. Seit Dezember hat sich der Preis für eine Tonne Brotweizen nach Angaben des Verbandes Deutscher Mühlen (VDM) um rund 70 Euro auf 270 Euro erhöht.

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Mais verteuerte sich nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO im Juli um fast 23 Prozent, die internationalen Weizenpreise folgten und legten etwa 19 Prozent zu. Der Hauptgrund sei die schlimmste Dürreperiode im Mittleren Westen der USA seit 1956. Die Getreidepreise sind laut Werner aber nicht der einzige Grund, warum Brot teurer werde: Die Bäcker müssten auch immer mehr für Energie und Personal ausgeben.

Vereinte Nationen warnen vor Welternährungskrise

Für die stark gestiegenen Rohstoffkosten macht der Geschäftsführer des Bäckerhandwerks zudem vor allem auch Spekulanten verantwortlich. Er fordert einen Ehrenkodex für Investoren, Banken und Versicherungen, der die Spekulation mit Agrarrohstoffen und Lebensmitteln verbietet.

Zuletzt waren mehrere Banken aus dem Geschäft mit Agrarrohstoffen ausgestiegen, darunter die Commerzbank. Auch die Fondsgesellschaft der Sparkassen Dekabank und die Landesbank Baden-Württemberg haben bereits angekündigt, bei eigenen Produkten auf Investments in Agrarrohstoffe zu verzichten.

Angesichts des weltweiten Anstiegs der Lebensmittelpreise warnen die Vereinten Nationen vor dem Ausbruch einer ähnlich verhängnisvollen Krise wie vor vier Jahren. Auch 2008 kam es bei Nahrungsmitteln zu drastischen Preissteigerungen, teils um mehrere hundert Prozent. Im Zuge dieser Welternährungskrise stieg auch die Zahl der Hungernden dramatisch an.


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