Gewalt im Stadion: Fußfesseln für "notorische Hooligans"?

25.05.2012 | 19:45
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Platzverweise reichen nicht aus

Nach den jüngsten Gewaltausbrüchen in Fußballstadien hat sich Generalbundesanwalt Harald Range für den möglichen Einsatz elektronischer Fußfesseln ausgesprochen. "Notorische Hooligans, die als Rowdys bekannt sind, könnten eine elektronische Fußfessel bekommen", sagte Range der 'Hannoverschen Allgemeinen Zeitung'. "Sie müssen dann zuhause bleiben", ergänzte der 64 Jahre alte Jurist.

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Bislang habe die Polizei nur die Möglichkeit, Platzverweise auszusprechen. "Aber die Kontrolle, ob diese Platzverweise von den Verdächtigen wirklich eingehalten werden, ist in der Praxis oft nicht gegeben", erklärte Range. Für den Einsatz elektronischer Fußfesseln sei eine Erweiterung des Polizeirechts nötig, räumte der Generalbundesanwalt ein.

Jäger: Fans sorgfältiger kontrollieren

Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) hingegen will mit strengeren Maßnahmen das Mitbringen und Abbrennen von Pyrotechnik in Fußballstadien zukünftig unterbinden. Jäger sprach sich im Nachrichtenmagazin 'Spiegel' dafür aus, dass sich die Fans beim Ticketkauf dazu verpflichten, keine Pyrotechnik ins Stadion mitzubringen.

Die Clubs sollten ihre Geschäftsbedingungen entsprechend ändern. Zuschauer, die dennoch mit bengalischen Feuern, Rauchbomben oder Böllern erwischt würden, müssten dann mit empfindlichen Vertragsstrafen rechnen.

"Die Vereine müssen alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen", sagte Jäger. Außerdem müssten die Clubs sorgfältiger bei ihren Kontrollen vorzugehen. Er will seine Vorschläge auf der anstehenden Innenministerkonferenz vorlegen.

Bildquelle: Imago Sportfotodienst