Hautkrebs: Solarien noch viel gefährlicher als gedacht

Hautkrebs: Solarien noch viel gefährlicher als gedacht
Achtung Hautkrebs: Solarien sind noch viel gefährlicher als bisher gedacht. © picture-alliance / ZB, Andreas LAnder, www.carstuckgirls.com

Dass das künstliche Sonnenbad in einem Bräunungsstudio mit Gefahren verbunden ist, ist hinreichend und schon lange bekannt. Doch nach einer neuen Studie erhöhen Solarienbesuche das Risiko für den gefährlichen Schwarzen Hautkrebs um 20 Prozent - verglichen mit Menschen, die sich noch nie auf einer Sonnenbank künstlich gebräunt haben.

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Das Risiko für Hautkrebs steige rapide, wenn die Solarienbesuche im Alter unter 35 Jahren beginnen - auf bis zu 87 Prozent, schreibt ein internationales Wissenschaftsteam um den Franzosen Mathieu Boniol im "British Medical Journal" (BMJ). In Deutschland werden die Vorschriften für Solarien zum 1. August noch einmal verschärft. Kein Gerät darf dann eine bestimmte Bestrahlungsstärke (0,3 Watt pro Quadratmeter Haut) überschreiten.

Nach Angaben der Krebshilfe nutzen in Deutschland 3,5 Millionen Menschen unter 36 Jahren Solarien. Besonders gefährdet seien Frauen zwischen 18 bis 25 Jahren, denn sie gingen etwa doppelt so häufig auf die Sonnenbank wie Männer in diesem Alter. Die Krebshilfe kritisiert auch, dass rund 167 000 der heutigen Solariennutzer unter 18 seien - denn Jugendlichen ist der Zugang zu Solarien per Gesetz untersagt. Seit März 2010 dürfen die Betreiber ihnen keine Sonnenbänke mehr vermieten.

Anders als beim Basalzell- und Stachelzellkrebs, deren Entstehung von einer über viele Jahre aufgenommenen UV-Gesamtdosis abhängt, scheinen beim Schwarzen Hautkrebs kurze, intensive UV-Belastungen die Ursache zu sein. Sonnenbrände in Kindheit und Jugend erhöhen das Risiko laut Krebshilfe bereits um das Zwei- bis Dreifache. Die UV-Strahlung von Solarien könne 10 bis 15 Mal stärker sein als die Mittagssonne am Mittelmeer, schreibt nun das Forscherteam im "BMJ".


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