Ikea gibt Kunden unbefristetes Rückgaberecht

Onlinegeschäft von Ikea wächst

Auf die massenhafte Rückgabe von seinen Waren reagiert das Möbelhaus Ikea mit einer neuen Regelung des Rückgaberechts. Kunden können künftig Waren ohne zeitliche Befristung zurückgeben, sagte eine Sprecherin und bestätigte einen Bericht der 'Lebensmittel Zeitung'. Das gelte auch für gebrauchte Artikel nach Vorlage des Kassenzettels.

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Eine Ikea-Filiale - hier können Kunden bald auch ihre vor Jahren gekauften Waren des Möbelhauses zurückgeben.
Jahre nach dem Kauf sollen Ikea-Kunden jetzt ihre Waren zurückgeben können. © dpa, Robert Schlesinger

"Wir wollen unsere Kulanz erweitern", erläuterte die Sprecherin. Auch das wachsende Onlinegeschäft sei ein Grund für die neue Regelung. Es werde aber nicht mit einem großen Kundenansturm gerechnet. Das neue Rückgaberecht gilt mit dem Start des neuen Katalogs, der seit dem vergangenen Montag erhältlich ist.

Ausgenommen von der neuen Regel sind den Angaben zufolge Pflanzen, zugeschnittene Waren und Produkte aus der 'Fundgrube'. Bislang konnte original verpackte Ware bei Ikea nur in der Zeit von drei Monaten mit Vorlage des Kassenzettels umgetauscht werden. Das zeitlich unbefristete Rückgaberecht führt das schwedische Möbelhaus aber nicht weltweit ein. Jedes Land könne nach den Gegebenheiten vor Ort entscheiden. Neben Deutschland werde jedoch in Spanien und England der neue Service zum neuen Geschäftsjahr eingeführt, teilte die Sprecherin mit.

Nach Angaben des Leiters für den Bereich Kundenbeziehung bei Ikea Deutschland, Jürgen Nowatzki, nimmt die Rückgabe von Bestellungen über das Internet an Bedeutung zu. Die Retourquote liege bei sechs Prozent sowohl im stationären wie auch im Onlinegeschäft, sagte er dem Fachblatt. Bezogen auf den Umsatz liege die Quote bei jeweils zwei bis drei Prozent.

Ikea gilt als weltweit führender Möbelhändler und erzielte im Geschäftsjahr 2013 (bis 31.8.) im Konzern einen Umsatz von 28,5 Milliarden Euro sowie einen Gewinn von 3,3 Milliarden Euro. Das Deutschlandgeschäft steuerte Erlöse in Höhe von fast vier Milliarden Euro dazu bei. Deutschland-Chef Peter Betzel hatte Anfang des Jahres angekündigt, dass das Möbelhaus in ein bis zwei Jahren das komplette Sortiment über das Internet anbieten wolle.


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