Impfstoff gegen Schweinegrippe löst unheilbare Narkolepsie aus

Impfstoff 'Pandemrix' verursachte Schlafkrankheit

Die schwedische Arzneimittelbehörde berichtete 2010 das erste Mal über Fälle von Kindern und Jugendlichen, die nach einer Schweinegrippe-Impfung an der unheilbaren Schlafkrankheit Narkolepsie erkrankten. Weitere Analysen bestätigten, dass der Impfstoff 'Pandemrix' auch bei Geimpften in anderen Ländern die Krankheit verursachte. Die Familien der Opfer fordern nun Schadensersatz, den die zuständigen Regierungen aber nicht zahlen wollen. Schuld an der Erkrankung ist ein bestimmtes Virus-Protein im Impfstoff, durch das das Immunsystem sich gegen für den Schlaf wichtige Zellen richtet.

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Pandemrix: Narkolepsie nach Schweinegrippe-Impfung
Der Impfstoff 'Pandemrix' löste bei einigen Geimpften die unheilbare Krankheit Narkolepsie aus. © dpa, Jens Wolf

Wer an Narkolepsie erkrankt, leidet an Tagesschläfrigkeit und sogenannter Kataplexie, einem plötzlichen Verlust des Muskeltonus bei starken Gefühlen. Bevor die Ärzte bei der 13-jährigen Lucy aus Großbritannien die Krankheit diagnostizierten, wunderten sich ihre Eltern, als sie plötzlich dauernd vor dem Fernseher einschlief oder nach vorn sackte, wenn sie laut lachen wollte. Typische Symptome der Krankheit. Einige Wochen zuvor war sie gegen Schweinegrippe geimpft worden - wie etwa sechs Millionen andere Briten in den Jahren 2009 und 2010. Die heute 18-Jährige berichtete der britischen Zeitung 'Guardian', sie schliefe am Tag durchschnittlich etwa 40 Mal ein ohne sich dagegen wehren zu können.

"Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich früher war"

Die 36-Jährige Nadine Hau ließ sich, wie viele andere Menschen in Europa, 2009 gegen Schweinegrippe impfen. Die gelernte Krankenpflegerin erkrankte an der seltenen Schlaf-Wach-Störung und ist seitdem arbeitsunfähig. Schlaf bestimmt ihren Alltag, immer wieder schläft sie, egal wo und wann, urplötzlich ein. "Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich früher war", sagt die dreifache Mutter. Sie stellte einen Antrag auf Entschädigung, und erhält monatlich rund 250 Euro vom Staat. EU-weit laufen in vielen Ländern Schadenersatz-Klagen.

Für Deutschland hat das zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) 51 Verdachtsfälle erfasst, in denen ein Zusammenhang zwischen Impfung und Narkolepsie bestehen könnte. 27 davon sind Kinder und Jugendliche. Hinzu kommen je zwölf Frauen und Männer. Dr. Klaus Cichutek vom PEI sagt: "Erst im August 2010, also ein Jahr nach den ersten Pandemie-Impfungen wurden die Meldungen bekannt, dass Narkolepsien assoziiert waren. Es tut uns natürlich leid um jeden einzelnen Fall. Wir werden bei zukünftigen Tests darauf achten, dass bei Impfstoffen das Risiko der Narkolepsie vermieden werden kann."


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