Islamistische Gefährder sind nicht nur ein Sicherheitsrisiko, sondern auch teuer

Islamistische Gefährder - gefährlich und teuer
Islamistische Gefährder - gefährlich und teuer 661 islamistische Gefährder in Deutschland 00:01:11
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Extremes Risiko

In Deutschland halten sich laut dem Bundeskriminalamt 661 islamistische Gefährder auf. Bei diesen Menschen wird davon ausgegangen, dass sie jederzeit einen Anschlag verüben können. Damit stellen sie ein extremes Sicherheitsrisiko dar, doch eine 24-stündige Überwachung durch die Polizei ist teuer. 

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"Das ist jemand, der das Töten gelernt hat"

In Deutschland leben insgesamt rund 50.000 Islamisten, 1.000 davon werden als Gefährder und deren Gehilfen eingeschätzt. Die deutschen Sicherheitsbehörden müssen derzeit 661 Menschen überwachen, die als islamistische Gefährder gelten. Einer davon ist Said O. aus Herford in Nordrhein-Westfalen. Der 51-Jährige ist ein Kriegsveteran, in beiden Tschetschenienkriegen soll er gegen Russland gekämpft haben. Seit 2001 lebt er mit seiner Frau und seinen Kindern in Deutschland. Aufgefallen ist er den Behörden, weil er Verbindungen zum IS, dem Islamischen Staat, haben soll. Eigentlich müsste Said O. unter polizeilicher Überwachung stehen, weil bei ihm mit einem Terroranschlag zu rechnen ist. Als wir den Mann in Herford aufspüren, bemerken wir aber kein Observationsteam. Möglicherweise hält sich dieses stark im Hintergrund, als Said O. jedoch sein Haus verlässt und in ein Auto steigt folgt dem Mann niemand. 

Die Polizei will keine näheren Angaben zu Said O. machen. Dafür spricht aber eine Frau aus Herford, die Said O. kennt: die Lehrerin Birgit Ebel. In der Stadt hat sie eine Initiative gegründet, um Kinder und Jugendliche vor Islamisten zu warnen. Über Said O. sagt sie, dass er sehr gefährlich sei. "Das ist jemand, der das Töten gelernt hat. er ist im Tschetschenienkrieg gewesen und ich denke, dass er sicherlich skrupellos ist und auch sein konspiratives Geschäft versteht", erklärt sie im Gespräch mit RTL. 

Mit Said O. vernetzt sein sollen auch Sebastian B. und Murat D. Auf einem Bild sind die drei zusammen zu sehen. Die beiden jungen Männer reisten in den Islamischen Staat, um dort für den Dschihad zu kämpfen. Murat D. soll dort getötet worden sein, Sebastian B. reiste nach Deutschland zurück, wurde vor Gericht gestellt und verurteilt. Said O. steht im Verdacht, die Reisen in die Terrorgebiete zu unterstützen. 

Für die Behörden sind Gefährder ein Albtraum

ARCHIV - Salafisten beten am Samstag (05.05.2012) in Bonn, unter ihnen der frühere Berliner Rapper Denis Cuspert (2.v.l.). Im Verlauf des Tages kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen von Salafisten bei einer Provokation durch eine rechte Splitterpar
Salafisten bei einem gemeinsamen Gebet. © dpa, Henning Kaiser

Für die Behörden sind islamistische Gefährder wie Said O. ein Albtraum. Schließlich sind sie nicht nur ein großes Sicherheitsrisiko, sondern auch noch extrem teuer. Einem Sprecher des Verfassungsschutzes Thüringen zufolge, kommen auf den Steuerzahler "hohe Kosten" zu - schließlich müssen die Gefährder polizeilich überwacht werden. "Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass wir nur so viel Sicherheit bekommen, wie wir bereit sind, dafür auszugeben", sagt er. "Wir müssen zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort mit einem Anschlag rechnen. Es geht nicht darum, Angst zu verbreiten, sondern die Sicherheitslage realistisch einzuschätzen. Das ist eine extrem hohe Belastung für die jeweiligen Kollegen und Kolleginnen.", erklärt der Sprecher des Verfassungsschutzes weiter.

Gefährder wie Said O. müssten eigentlich rund um die Uhr von der Polizei überwacht werden. Der Personal- und damit Kostenaufwand ist dafür immens: Für Dauerüberwachung sind etwa 30 bis 40 Polizisten notwendig. Die Kosten hierfür belaufen sich im Monat schätzungsweise auf 100.000 Euro pro Gefährder. Viel Geld, das der Steuerzahler zahlt.