Jean-Claude Juncker: Alle EU-Länder sollen Euro übernehmen

European Commission President Jean-Claude Juncker addresses the European Parliament during a debate on The State of the European Union in Strasbourg, France, September 13, 2017.  REUTERS/Christian Hartmann
European Commission President Juncker addresses the European Parliament during a debate on The State of the European Union in Strasbourg © REUTERS, CHRISTIAN HARTMANN, CHM/SAA/

Das könnte Streit in der EU geben

Er will zwar keinen radikalen Umbau der EU. Aber eines will EU-Kommissionspräsident Jean-Claude-Juncker: Eine engere Zusammenarbeit in der Europäischen Union. Deshalb fordert er, dass überall in der EU der Euro eingeführt wird und alle Länder dem Schengenraum ohne Grenzkontrollen beitreten. Zudem soll die EU weiter wachsen: Bis 2025 könnte sie um die 30 Mitglieder haben. Kurz vor der Bundestagswahl macht Juncker damit Vorschläge, die erheblichen Streit auslösen können.

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Jean-Claude Juncker will den Euro auch in EU-kritischen Ländern

Im Straßburger Europaparlament war man gespannt auf seine Rede zur Lage der Nation. Doch anders als der französische Präsident Emmanuel Macron will Juncker keine neuen Strukturen und auch keine Änderung der Europäischen Verträge. Macron verlangt einen Euro-Finanzminister mit eigenem Milliarden-Budget. Juncker hingegen will eine Art Kompromiss, einen "Mr. Euro", der hauptamtlicher Chef der Eurogruppe wird. Im EU-Haushalt soll es zudem einen eigenen Titel für die Eurozone geben, aus dem Hilfen für EU-Staaten wie Bulgarien oder Rumänien finanziert werden sollen.

Den Euro in allen EU-Ländern - wollen Sie das?

Denn auch in diesen ärmeren EU-Ländern soll nach Juncker künftig mit dem Euro bezahlt werden. Ebenso in Ländern, die der Europäischen Union kritisch gegenüberstehen, wie Ungarn oder Polen. Derzeit haben 19 der 28 EU-Staaten den Euro. Einige andere Länder schaffen die wirtschaftlichen Hürden nicht oder wollen den Euro schlichtweg nicht übernehmen.