Kita-Kinder misshandelt: Geldstrafe für rabiate Erzieherinnen

Zwei Erzieherinnen wurden schuldig gesprochen, Kita-Kinder genötigt zu haben.
Diese zwei Erzieherinnen der Kita 'Spatzennest' in Pöllwitz wurden wegen der Nötigung von Kindern zu Geldstrafen verurteilt. © dpa, Bodo Schackow

Kein Berufsverbot trotz Kindesmisshandlung

Sie haben ein Mädchen zum Essen an einen Stuhl festgebunden, einen Junge zur Strafe in einen dunklen Abstellraum gesperrt und ein Kind zum Essen gezwungen, bis es unter Tränen würgte. Zwei Erzieherinnen der Kita 'Spatzennest' in Pöllwitz wurde deswegen der Prozess gemacht. "Hier wurden eindeutig Grenzen überschritten", sagte Richter Siegfried Christ. Er die rabiaten Methoden als erwiesen an.

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Wegen Nötigung wurden die Frauen zu Geldstrafen von 3.600 und 5.500 Euro verurteilt. Die Verteidigung hatte Freisprüche beantragt, die Anklage Bewährungsstrafen von sechs und acht Monaten. Die beiden Frauen - eine von ihnen leitete damals den kommunalen Kindergarten - arbeiten nicht mehr in der Einrichtung, sind aber weiter in ihrem Beruf tätig.

"Nicht jeder pädagogische Fehler ist eine Straftat"

Ursprünglich hatte ihnen die Anklage noch weit mehr Vorwürfe gemacht - etwa dass sie Kinder bei einer Feier im Dezember fast drei Stunden in einem warmen Raum ließen, ohne ihnen die Skianzüge auszuziehen, oder mehrere Kinder in ein Laufgitter zwängten. Doch in diesen Punkten wurde das Verfahren eingestellt oder die Frauen freigesprochen. "Nicht jeder pädagogische Fehler ist eine Straftat", erläuterte Christ.

Staatsanwältin Steffi Kögler hatte in ihrem Plädoyer klargestellt, dass es absolut rechtswidrig sei, Kinder zur Strafe in eine Abstellkammer zu sperren - auch wenn diese nicht abgeschlossen ist. "Hier haben wir es mit einem ganz erheblichen Autoritätsgefälle zu tun." Die Verteidigung hatte die Vorfälle dagegen als "aufgebauscht und überzogen" bezeichnet. Die Angeklagten hatten unter anderem angeführt, ein Handtuch sei nur zum Schutz des Mädchens an den Stuhl gebunden worden, um es vor dem Herunterfallen zu bewahren. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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