Kleine Kämpferin: Bei ihrer Geburt wog Emmely nur 370 Gramm

So geht es dem Frühchen heute

Jedes Jahr werden in Deutschland 60.000 Babys zu früh geboren. Die kleinen Kämpfer sind nicht nur für die Mediziner eine Herausforderung. Vor allem auf ihre Eltern warten viele Aufgaben und Probleme - auch nach dem Krankenhausaufenthalt. Der heutige Weltfrühgeborenentag hat es sich zum Ziel gesetzt, über die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder und ihrer Familien aufzuklären.

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Bei ihrer Geburt wog Frühchen Emmely nur 370 Gramm
Ein kleiner Mensch, viel zu früh geboren: Emmely wog gerade einmal so viel wie 1,5 Pakete Butter.

Die kleine Emmely kam als Winzling mit nur 370 Gramm auf die Welt. Das entspricht dem Gewicht von eineinhalb Päckchen Butter. Ihre Mutter Tanja erzählt, wie schwer, aber auch wie schön, die erste Zeit mit ihrer Tochter war.

Heute ist die Kleine drei Jahre alt, ein fröhliches kleines Mädchen. Sie ist etwas kleiner und zierlicher als andere Kinder in ihrem Alter, aber sie ist eine Kämpferin. "Wenn man sie heute sieht, bin ich froh. Aber es ist ja nicht vergessen, was wir Frühcheneltern durchgemacht haben", sagt ihre Mutter.

Eltern beklagen zu wenig Unterstützung

Erst war da die Sorge, ob es Emmely überhaupt schafft. Sie kommt im sechsten Monat auf die Welt. Viele Hände helfen dem kleinen Mädchen und ihren Eltern fünf Monate im Krankenhaus. Doch danach fehlen diese plötzlich. "Die Entlassung war sehr, sehr schwierig. Für mich war sie sehr schwierig. Ich habe geweint wie ein Schlosshund. Alles, was zum Greifen da war, war auf einmal weg. Kein Arzt, keine Schwester in der Nähe", erinnert sich Tanja.

Petra Grieben hilft mit ihrem Netzwerk aus Kinderärzten, Psychologen und Pädagogen in genau solchen Situationen. Diese sozialmedizinische Nachsorge wird in der Regel für 20 Stunden innerhalb von drei Monaten von der Krankenkasse übernommen. "Sozialmedizinische Nachsorge ist danach ausgerichtet, alle Probleme psychosozial und medizinisch zu bedienen. Die Eltern sind aber die Chefs und sagen, was sie brauchen", erklärt sie. Doch oft reichen die bewilligten Stunden nicht aus.

Emmely brauchte nach der Entlassung eine Magensonde und ein Sauerstoffgerät. Und dann war da noch ihr Bruder. Für die Unterstützung, die Tanja und ihr Mann von einer Krankenschwester bekamen, sind sie dankbar. Trotzdem fordern sie für Frühcheneltern mehr Unterstützung.

Heute ist die Situation entspannter - und Tanja kann mit beiden Kindern etwas unternehmen: "Jetzt haben wir zwei gesunde Kinder. Wir genießen unser Leben. Und das ist sehr, sehr schön." Ein Leben, für das Emmely und ihre Eltern gekämpft haben.