Klima-Experten schlagen Alarm: Erde erreicht bald kritische Erwärmung

Rekordwerte bei CO2-Ausstoß

Vor dem UN-Klimagipfel in New York mahnen Wissenschaftler die Staaten eindringlich, beim Klimaschutz noch rechtzeitig die Kurve zu bekommen. Falls der CO2-Ausstoß weiter so hoch bleibe, wie derzeit, überschreite er in etwa 30 Jahren einen kritischen Wert. Darauf verweisen die Autoren von zwei Übersichtsstudien, die in den Fachjournalen 'Nature Geoscience' und 'Nature Climate Change' veröffentlicht wurden.

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Auch in Deutschland stieg 2013 der CO2-Ausstoß weiter an. © picture-alliance/ dpa, Christian Hager

Insgesamt dürfe die Menschheit nur etwa 3.700 Milliarden Tonnen Kohlendioxid ausstoßen, damit sich die Erde um nicht mehr als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit erwärmt. Zwei Drittel davon seien nun bereits erreicht. Wenn sich die CO2-Emissionen nicht ändern, seien in weniger als drei Jahrzehnten die noch verbleibenden 1.200 Milliarden Tonnen Kohlendioxid schnell ausgestoßen. Mehr als zwei Grad Erderwärmung seien aber für Mensch und Natur nicht mehr händelbar.

Als Haupt-Emittenten von Kohlendioxid gelten die Verbrennung fossiler Brennstoffe und die Zementproduktion. Emissionen allein aus diesen beiden Bereichen stiegen im vergangenen Jahr um 2,3 Prozent und damit auf den Rekordwert von 36 Milliarden Tonnen. Hinzu kommen noch 3,2 Tonnen CO2 aus der Vernichtung von Wäldern. Weltweit müssten die Emissionen jedoch um über fünf Prozent pro Jahr reduziert werden, um langfristig eine gute Chance zu haben, das Zwei-Grad-Ziel einzuhalten.

Alternativen zur Reduktion des CO2-Ausstoßes nicht ohne Risiken

China war 2013 nach Angaben der Studie in 'Nature Geoscience' mit 27,7 Prozent für den größten Anteil des globalen Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich, gefolgt von den USA mit 14,4 Prozent. Die Europäische Union kam an dritter Stelle (9,7 Prozent), Indien auf Platz vier (6,6 Prozent). Die EU war allerdings eine der wenigen Regionen, in denen die Emissionen schrumpften - um 1,8 Prozent, was der Studie zufolge mit der schwachen Wirtschaftslage unter anderem in Italien und Spanien zusammenhing. In Deutschland stieg der CO2-Ausstoß hingegen.

Nach Einschätzungen des Weltklimarats (IPCC) wird die Temperatur Ende des Jahrhunderts vier Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau liegen, sollten keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Dann droht zum Beispiel, der Meeresspiegel stark anzusteigen. Sollte es nicht gelingen, den CO2-Ausstoß ausreichend zu reduzieren, sehen die Autoren der Studie kaum überzeugende Lösungsansätze: Eine Kombination aus Bioenergie und der C02-Einlagerung im Erdboden (CCS) könnte Kohlendioxid in der Atmosphäre reduzieren. Gegen Biokraftstoffe spreche, dass sie für die Lebensmittelsicherung und die Artenvielfalt eine Konkurrenz darstellten. Beim Einlagern von CO2 sei ungewiss, ob eine "sichere, langfristige Speicherkapazität für Kohlendioxid" vorhanden sei. Das CO2 zu nutzen, um Meeresalgen zu düngen, sei auch ein unsicherer Weg. Niemand wisse, wie das Leben im Ozean darauf reagiere.