Koblenz atmet auf: Die Bombe ist entschärft

Vor Beginn der Entschärfung einer Luftmine aus dem 2. Weltkrieg ist die Fußgängerzone in Koblenz bis auf zwei Polizisten menschenleer. Vor Beginn der Entschärfung einer Luftmine aus dem Zweiten Weltkrieg ist die Fußgängerzone in Koblenz bis auf zwei Polizisten menschenleer.

Giftiges Fass mit Chemikalien aufgetaucht

Es ist die größte Evakuierungsaktion in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg: In Koblenz mussten heute 45.000 Menschen - das ist fast die Hälfte der Einwohner - die Sperrzone verlassen. Bei Niedrigwasser waren gleich zwei Bomben im Rhein aufgetaucht. Jetzt die Entwarnung: Die Entschärfung ist geglückt!

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Leere Straßen, ein verlassener Hauptbahnhof, ungewöhnliche Stille: Es ist gespenstig in Koblenz, rund 45.000 Menschen haben ihre Häuser wegen der Entschärfung zweier Weltkriegs-Bomben im Rhein verlassen. Der Kampfmittelräumdienst musste sich um eine 1,8 Tonnen schwere britische Luftmine und eine kleinere US-Bombe kümmern. Die Entschärfung der kleineren Bombe galt als besonders kompliziert, denn sie war den Experten zufolge in schlechtem Zustand.

Im Rhein war zudem ein Fass mit giftigen Chemikalien aufgetaucht, das am Sonntag noch kontrolliert gesprengt werden sollte. Anschließend wollte die Feuerwehr sichergehen, dass sich trotz der Sprengung des Fasses keine Schadstoffe in der Luft befinden. Erst dann könne das Evakuierungsgebiet wieder freigegeben werden, sagte der Sprecher.

Einwohner warten auf Freigabe zur Rückkehr

Zuvor war viel Blaulicht in der Stadt zu sehen. Eine ganze Kolonne Transportwagen des Deutschen Roten Kreuzes stand etwa vor dem Altenheim De Haye'sche Stiftung. Hier wurden am Morgen noch Bewohner verlegt. Vielen war die Angst ins Gesicht geschrieben, als sie in Rollstühlen in Busse gebracht wurden. "Die Leute sind schon aufgeregt", sagte Verwaltungsdirektor Thomas Weber. Schon um 05.00 Uhr seien alle geweckt worden

In der Sporthalle einer Schule ein paar Kilometer weiter sitzen rund 140 Menschen, Platz wäre für 4.000 gewesen. Ein typisches Bild. Die provisorischen Unterkünfte sind recht leer, viele Bewohner sind bei Freunden untergekommen. "Oder sie haben das Wochenende für einen Ausflug genutzt, was vernünftig ist", sagt Oberbürgermeister Joachim Hofmann-Göttig (SPD). Auch er selbst wohnt in der Sperrzone und ist obdachlos auf Zeit.

Rund um Koblenz kam auch der Bahn- und Schiffsverkehr zum Erliegen. Sieben Altenheime und zwei Krankenhäuser wurden komplett geräumt.

Bildquelle: dpa bildfunk