Ku-Klux-Klan ist in Deutschland wieder aktiv - Sektion in Schwäbisch-Hall gegründet

Mögliche Verbindungen zur NSU werden überprüft

Der rassistische Geheimbund Ku-Klux-Klan ist nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) wieder in Baden-Württemberg aktiv. "In Schwäbisch Hall wurde eine neue Sektion gegründet", sagte LKA-Präsident Dieter Schneider in Stuttgart.

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Der Gruppenführer der getöteten Polizistin Michele Kiesewetter soll in Schwäbisch-Hall Mitglied des Ku-Klux-Klans gewesen sein. © dpa, Norbert Försterling

"Es scheint eine kleine Sektion zu sein mit weniger als zehn Mitgliedern." Auf die neuen Aktivitäten des Klans wurden die Experten der Ermittlungsgruppe 'Umfeld' aufmerksam. Der Ku-Klux-Klan (KKK) ist in Deutschland nicht verboten.

Ursprünglich war der Geheimbund in den USA 1865 gegründet worden, um Schwarze zu unterdrücken. In seiner Geschichte gab es immer wieder rassistisch motivierte Angriffe auf Schwarze und auch auf amerikanische Bürgerrechtler. Ihr Symbol ist das brennende Kreuz. Der NSU-Terrorist Uwe Böhnhardt soll in den Neunziger Jahren wie auch die in München angeklagte Beate Zschäpe in Jena an Kreuzverbrennungen teilgenommen haben.

Chef der getöteten Michele Kiesewetter gehörte zum Ku-Klux-Klan

Die Ermittlungsgruppe sichtet derzeit 120 Akten aus dem Ermittlungsverfahren des Bundeskriminalamtes (BKA) gegen den "Nationalsozialistischen Untergrund" (NSU). Die Akten wurden der Ermittlungsgruppe zur Verfügung gestellt, die Verbindungen des rechtsextremen Neonazi-Trios NSU nach Baden-Württemberg prüft.

Im vergangenen Sommer war bekanntgeworden, dass zwei Polizisten vor rund zehn Jahren Mitglieder des Ku-Klux-Klans in Schwäbisch Hall waren. Einer der beiden war Gruppenführer der Polizistin Michele Kiesewetter, die 2007 in Heilbronn getötet wurde.

Dieser Mord sowie neun weitere an türkisch- und griechischstämmigen Kleinunternehmern werden den drei Rechtsterroristen Uwe Mundlos, Böhnhardt und Zschäpe zugerechnet. Zschäpe muss sich von diesem Montag an vor dem Oberlandesgericht München als Mittäterin verantworten. Mundlos und Böhnhardt begingen Ende 2011 Selbstmord.

Möglicherweise ergeben sich aus den Ermittlungen des LKA auch Hinweise, die zur Klärung des Motivs und der Umstände beim Mord an Kiesewetter führen könnten. "Wenn das passieren sollte, ist sofort wieder die Bundesanwaltschaft Herrin des Verfahrens", sagte LKA-Präsident Schneider.


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