Kurioser Plan: Kleingärtnerin (56) überfiel Bank, um Vereinsschulden zu vertuschen

Kleingärtnerin überfiel Bank, um Schulden zu zahlen
Kleingärtnerin überfiel Bank, um Schulden zu zahlen Urteil: Ein Jahr und zehn Monate auf Bewährung 00:01:51
00:00 | 00:01:51

Urteil: Ein Jahr und zehn Monate auf Bewährung

Cornelia M. wirkt auf der Anklagebank im Saal des Kölner Landgerichts wie ein Häufchen Elend. Gefährlich sieht die 56-Jährige mit ihrer Größe von gerade mal 1,50 Metern nicht aus. Und doch sitzt hier eine Frau, die eine Bank überfallen hat und von den Richtern letztlich zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung verurteilt wird. Es ist das Ende einer kuriosen kriminellen Karriere.

- Anzeige -

Am 9. Februar war Cornelia M. mit einer Schreckschusspistole in eine Bank in Kön-Buchheim marschiert. Am Schalter wartete sie mit einem Nylonstrumpf über dem Kopf brav, bis sie an der Reihe war. Dann sagte sie zur Kassiererin: "Mach kein Theater, die Bank ist doch versichert." Sie flüchtete mit 5.000 Euro Beute - es war eine Verzweiflungstat.

M. hatte vor der Tat als Kassiererin eines Kleingartenvereins rund 13.000 Euro aus der Vereinskasse abgezwackt. Als das Pachtgeld für die kleine Kolonie abgemahnt wurde, drohte der Schwindel aufzufliegen. Vor Gericht sagte sie, sie habe einfach eine Strumpfhose gekauft und sei in die Bank marschiert. Mit der Beute wollte M. alles vertuschen.

Die Großmutter hatte Schulden. Ihr Lebensgefährte ist schwer krank, Tochter und Enkelkind versorgt sie mit. Als sie krankheitsbedingt ihren Job verlor, griff sie in die Kasse des Vereins.

"Das Geld hat jeden Monat an allen Ecken und Enden gefehlt. Im Endeffekt gipfelte das ihrer Verzweiflungstat", sagte ihr Verteidiger Wolfgang Kutsch RTL.

Das Gericht sah offenbar mildernde Umstände. Neben der Bewährungsstrafe bekommt M. 240 Sozialstunden aufgebrummt. Ursprünglich hatten ihr drei Jahre Gefängnis gedroht.