Lebensgefahr durch Raser: Eltern kämpfen für mehr Sicherheit auf dem Schulweg ihrer Kids

Warum muss erst was passieren, damit etwas passiert?
Warum muss erst was passieren, damit etwas passiert? Lebensgefahr durch Schulweg-Raser 00:09:17
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Eltern sorgen sich, wenn ihre Kinder den Schulweg antreten

Es muss erst was passieren, bis etwas passiert. Ganz offenbar muss sich dieser Satz erst bewahrheiten, bis sich in Meißendorf im Landkreis Celle in Niedersachsen etwas ändert. Durch das beschauliche 2000-Seelen-Dorf führt eine Durchgangsstraße, über die täglich Autos, Militärkonvois und LKWs mit rasanter Geschwindigkeit brettern. Das Schlimme: Es ist nicht nur eine vielbefahrene Straße, sondern auch gleichzeitig der Schulweg einiger Grundschulkinder – für die Eltern ein Horrorszenario. 

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Gefährlicher Schulweg kostete Leon Jeremy das Leben

Viele Eltern bringen ihre Kids aus Sorge vor dem gefährlichen Schulweg selbst zur Bushaltestelle. Doch beruflich lässt sich das nicht bei jedem vereinbaren – die Bürger erwarten, dass sich die Gemeinde einschaltet und den Schulweg entschärft. Zebrastreifen, fest installierte Blitzanlagen, Tempodrosselung - vieles wäre denkbar. Doch bis entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können, ist es ein langer Weg: Den Behörden fehlen Gelder, Auflagen müssen erfüllt sein, Dringlichkeit bewiesen werden.

Es muss also scheinbar erst was passieren, bis etwas passiert – so war es auch in Gardelegen in Sachsen-Anhalt. Auf dem Weg zur Schule, einer Bundesstraße auf der bis zu 100 Stundenkilometer erlaubt sind, ist Schüler Leon Jeremy 2014 von einem Auto erfasst worden. Der Junge starb noch an der Unfallstelle. Auch Jahre später sitzt der Schmerz der Eltern noch tief. Zwar hat sich an der Lage etwas geändert: Inzwischen ist auf der Unglücksstraße eine Buswendeschleife installiert worden – doch warum musste es überhaupt erst so weit kommen, dass ein Kind sterben musste? 

Im Video erklären wir Ihnen, weshalb den Kommunen oft die Hände gebunden sind und sprechen mit dem Vater von Leon Jeremy.