Liebespaar startet Netzkampagne - Juden und Araber wollen keine Feinde sein

Israel Gaza Nahost Konflikt
Auch diese beiden Männer beteiligen sich an der Kampagne. (Foto: Twitter)

"Am Ende sind wir Menschen, die sich lieben"

Jeden Tag sterben im Gaza-Konflikt viele Menschen, und ein Ende des Krieges zwischen Israelis und der palästinensischen Hamas ist nicht in Sicht. Dabei wollten eine Journalistin mit arabischen Wurzeln und ihr jüdischer Freund nicht länger nur zuschauen. Die Amerikaner haben eine Kampagne in sozialen Netzwerken gestartet und wollen zeigen, dass Liebe stärker als Krieg ist.

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Journalistin Sulome Anderson, halb-libanesisch, küsst ihren jüdischen Freund auf einem Foto, das via Twitter und Facebook um die Welt geht. "Juden und Araber lehnen es ab, Feinde zu sein", heißt ihre Kampagne.

"Als wir zusammenkamen, haben wir viel über Politik gestritten, aber nach und nach und nach sind wir zu einer Art Konsens gekommen", sagte Anderson dem TV-Sender ABC. "Auch heute streiten wir uns manchmal noch, aber wir verstehen die Sichtweise des Anderen immer besser. Am Ende sind wir Menschen, die sich lieben, und das ist es, was am meisten zählt."

Vater war jahrelang in der Gewalt von Islamisten

Ihre Liebe sei durchaus auf die Probe gestellt worden. Ihr Freund, der einen amerikanischen und einen israelischen Pass hat, sei streng orthodox erzogen worden. Seine Familie habe Probleme mit der Beziehung, weil sie keine Jüdin sei. Sein Gesicht gibt ihr Partner für die Kampagne her, seinen Namen wollte er in dem ABC-Bericht nicht genannt haben.

Anderson und ihr Freund sind froh darüber, dass sich - auf beiden Seiten - immer mehr Menschen ihrer Kampagne anschließen und teilweise auch Fotos posten. "Wir versuchen, die Botschaft zu senden, dass Hass nicht Teil des Dialogs sein sollte", sagte sie dem TV-Sender. "Es gibt viel Leid und viel Anspannung in dem palästinensisch-israelischen Konflikt. Aber wir wollen eine Netz-Gemeinde aufbauen, wo sich Menschen mit unterschiedlichen Meinungen respektvoll und produktiv miteinander austauschen können. "

Die 29-Jährige ist die Tochter eines früheren Nahost-Korrespondenten, der von heute als Hisbollah bekannten Islamisten fast sieben Jahre lang gefangen gehalten wurde. Sie schreibt im Moment ein Buch darüber. Anderson lebt abwechselnd in der libanesischen Hauptstadt Beirut und New York.

Bei Twitter finden Sie die Kampagne unter dem Hashtag jewsandarabsrefusetobeenemies, die Facebook-Seite heißt Jews & Arabs Refuse To Be Enemies.


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