Linkspartei fordert Cannabis-Clubs in Deutschland

Linke fordert Cannabis-Clubs

600.000 Menschen konsumieren in Deutschland laut Bundesärztekammer Cannabis – die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Häufig pfeifen die Konsumenten auf das geltende Verbot und machen sich damit strafbar.

- Anzeige -
Linkspartei fordert Cannabis-Clubs in Deutschland
Die Linkspartei will sogenannte Cannabis-Clubs in Deutschland einführen und den Konsum der Droge legalisieren. © Reuters, VINCENT WEST

"Bei 200.000 Menschen ist der Cannabis-Konsum schon problematisch", sagte die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans bei der Vorlage des jüngsten Drogenberichts. Ein Verbot, das nicht schützt und obendrein die Konsumenten noch kriminalisiert, ist nach Ansicht der Linkspartei kein gutes Verbot und gehört abgeschafft. So fordert die Linke in einem Bundestagsantrag, die "Legalisierung von Cannabis durch Einführung von Cannabis-Clubs". Der Besitz von 30 Gramm Cannabis soll dann straffrei sein.

Pro Jahr gibt es laut dem Deutschem Hanf Verband rund 100.000 Strafverfahren wegen des Konsums von Marihuana oder Hasch. Das Verbot spiele bei der Entscheidung eines Menschen für oder gegen das Kiffen so gut wie keine Rolle – im Gegensatz etwa zu den gesundheitlichen Erwägungen, sagte Frank Tempel, der Drogenexperte der Linken im Bundestag.

Deshalb fordert der ehemaligen Leiter einer mobilen Anti-Rauschgift-Gruppe der thüringischen Polizei hier auch ein Umdenken in der Drogenpolitik und die Einführung sogenannter Cannabis-Clubs in Deutschland. Dort soll für die Mitglieder der Clubs ohne kommerzielles Interesse Hanf angebaut werden. Flankieren will Tempel die Legalisierung durch mehr Aufklärung. Ordnungs- oder Gesundheitsämter sollen mit den nach spanischem Vorbild zugelassenen Clubs zusammenarbeiten.

"Das klingt nach Rauschsozialismus"

Bei Union und FDP stößt der Linken-Vorstoß auf strikte Ablehnung bis Empörung. "Ein Cannabis-Club könnte von Jugendlichen als Aufmunterung zum Drogenkonsum verstanden werden", meint die CDU-Abgeordnete Karin Maag. Die drogenpolitische FDP-Expertin Christine Aschenberg-Dugnus sagt: "Das klingt nach gut gemeintem Rauschsozialismus."

Dazu erklärt der Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johannes Singhammer: "Mit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wird es keine Legalisierung des Cannabiskonsums geben. Cannabis dient als Einstiegsdroge für den Konsum härterer Drogen und führt zu starken gesundheitlichen Schäden. Cannabis ist keine Spaßdroge."

"Eine Legalisierung dieser Einstiegsdroge kann die schädliche Entwicklung noch fördern", sagt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Frank Ulrich Montgomery. "Lediglich bei Patienten, die an einer Erkrankung leiden, bei der der Nutzen von Cannabisprodukten wissenschaftlich nachgewiesen ist, kann eine Therapie mit Extrakten der Hanfpflanze sinnvoll sein."

So diskutieren Gegner und Befürworter seit Jahren mit den gleichen Argumenten über eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland – und die Debatte wird weitergehen.