Massaker an US-Grundschule: Amokläufer gab bis zu 100 Schüsse ab

Ban: Amoklauf "abscheulich und undenkbar"

Der Amoklauf an einer Grundschule mit 27 Toten hat die USA in einen tiefen Schock gestürzt. Es handelt sich um eines der schlimmsten Massaker in der Geschichte des Landes. Bei einer Rede im US-Fernsehen konnte Präsident Barack Obama die Tränen kaum zurückhalten. "Unsere Herzen sind gebrochen", sagte er.

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Newtown, Connecticut, US-Grundschule, Schießerei
Entsetzen und Fassungslosigkeit in den USA: Ein Amokläufer hat in einer Grundschule 20 Kinder und sechs Erwachsene getötet. © REUTERS, JOSHUA LOTT

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich schockiert. Kinder ins Visier zu nehmen, sei "abscheulich und undenkbar", hieß es in einer Mitteilung. Noch liegen die Motive der Tat im Dunklen. Doch die Debatte über die laxen Waffengesetze ist neu entflammt. Waffengegner hielten in der Nacht zum Samstag eine Mahnwache vor dem Weißen Haus ab.

Nach Angaben des TV-Senders CNN identifizierten die Behörden den mutmaßlichen Täter als den 20-jährigen Adam Lanza Ermittler sprachen von einem "Bild des Grauens". Unter den Toten sind 20 Kinder zwischen fünf und zehn Jahren. Zudem starben in der Schule sechs Erwachsene, darunter die Rektorin und ein Psychologe. Der Amokläufer, der laut Medienberichten ein Sturmgewehr und zwei Pistolen mit sich führte, tötete sich offenbar selbst.

Die Bluttat in der Schule in der Kleinstadt Newtown, nördlich von New, York spielte sich innerhalb von wenigen Minuten ab, erklärten Ermittler. Nach Berichten von Augenzeugen gab der Amokläufer bis zu 100 Schüsse ab. "Es machte Bang, Bang, ich habe Schreie gehört", schilderte ein Junge die Szene.

Zusätzlich zu den Toten in der Schule habe man die Leiche der Mutter des Amokläufers in einer Wohnung in Newtown gefunden, berichtete CNN. Nancy Lanza habe als Lehrerin an der Schule gearbeitet. Unklar sei aber, wann sie genau getötet wurde. Auch ist noch nicht offiziell geklärt, ob der Amokläufer ebenfalls für diese Tat verantwortlich ist.

Sind die laxen Waffengesetze Mitschuld?

Nähere Angaben über den mutmaßlichen Täter lagen zunächst nicht vor. Es hieß lediglich, er sei bisher nicht polizeiauffällig gewesen. CNN sprach von möglichen psychischen Problemen des Mannes, nannte aber keine Einzelheiten.

Der Mann sei ganz in schwarz gekleidet in die Sandy Hook Elementary School eingedrungen und habe das Feuer eröffnet. Lehrer versuchten in Panik, ihre Schüler in Sicherheit zu bringen. Einige versteckten sich nach Angaben von Augenzeugen in einer Toilette, andere in einem Schrank. Ein Kind berichtete, die Lehrer hätten sie mit der Begründung aus der Schule geführt, dass es dort "ein wildes Tier" gebe.

Nach Angaben der Polizei waren 18 Kinder auf der Stelle tot, zwei weitere starben später im Krankenhaus. Die endgültige Identifizierung der 26 Opfer wird frühestens im Laufe des Tages abgeschlossen werden. Es handele sich um eine "gewaltige Untersuchung", sagte ein Polizeisprecher. Es gebe derzeit nur eine vorläufige Liste mit den Namen der getöteten 20 Kinder und 6 Erwachsenen. Die Familien seien entsprechend informiert worden. Der Todesschütze verübte offenbar Selbstmord. Die Polizei stellte drei Waffen sicher: Ein halbautomatisches Sturmgewehr und zwei Pistolen. Alle drei Waffen seien legal erworben worden und auf den Namen der Mutter registriert, berichteten Medien.

Amerika steht indes nach der Gräueltat unter Schock, Politiker suchten verzweifelt nach Worten. Obama sagte, derartige Tragödien passierten zu häufig in den USA. Er deutete die Notwendigkeit an, gegen die lockeren Waffengesetzte vorzugehen. Der Gouverneur des Bundesstaates Connecticut, Dan Malloy, sagte: "Das Böse hat unsere Gemeinde besucht. Es ist eine schreckliche Zeit."

Mit Entsetzen und Trauer hat Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Amoklauf reagiert. "Die Nachrichten aus Newtown machen mich tieftraurig. Wieder einmal stehen wir voller Entsetzen vor einer Tat, die wir nicht begreifen können", erklärte sie. Für viele Familien bedeute das unbeschreibliches Leid. "Der Gedanke an die ermordeten Schüler und Lehrer macht mir das Herz schwer. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen, ihnen wünsche ich Kraft und Zuspruch, mögen sie in ihrem Schmerz nicht alleine bleiben", sagte Merkel.


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