Massaker in US-Kino: Zwölf Tote bei Batman-Premiere

"Wir hörten ihn immer weiter schießen"

Nach dem Kino-Massaker von Colorado schweben nach Angaben der Polizei noch elf der 58 Verletzten in Lebensgefahr. Über das Motiv des Amokläufers wird indes weiter gerätselt.

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Menschen gedenken mit Blumen und Kerzen der Opfer des Amoklaufs. © Reuters, JEREMY PAPASSO

Offensichtlich hatte der 24 Jahre alte James Holmes seine Tat von langer Hand vorbereitet: Waffen, massenhaft Munition und schusssichere Spezialkleidung, die er bei dem Blutbad mit 12 Toten nutzte, hatte er in den vergangenen Monaten ganz legal erworben. Seine Wohnung in Aurora bei Denver hatte er mit Sprengfallen präpariert. Die Polizei schließt Terrorismus als Motiv aus und geht davon aus, dass der Täter allein handelte.

Videoaufnahmen von Zuschauern zeigten schreckliche Szenen: Menschen schrien und drängten zu den Ausgängen, einige waren blutüberströmt. Nach Angaben von Augenzeugen trat der Täter etwa eine Viertelstunde nach Beginn des Films durch einen Notausgang in den Kinosaal Nummer 9. "Der Typ kam über die Treppe und schoss sofort um sich", berichtete ein junger Mann dem Sender CNN. Einige Kugeln durchschlugen die Wand zum Kinosaal nebenan. Viele der zumeist jungen Premierengäste dachten zunächst, die Schüsse gehörten zum Film. "Wir duckten uns, rannten aus dem Saal in die Lobby. Dabei hörten wir den Mann immer weiter schießen“, so Paul Otermat.

Neue Debatte über Waffengesetze

Viele der Verletzten hatten Schusswunden, einige erlitten Rauchvergiftungen. Unter den Verletzten waren mehrere Kinder. Auch ein drei Monate altes Baby wurde in einem Krankenhaus behandelt, hieß es. Der lokale Polizeichef Dan Oates schilderte, zehn der Opfer seien im Kino gestorben, die zwei weiteren im Krankenhaus.

Das Verbrechen löst eine neue Debatte über die Waffengesetze in den USA aus. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg rief Obama und dessen republikanischen Herausforderer bei der Präsidentenwahl, Mitt Romney, dazu auf, für eine Verschärfung der Waffengesetze zu sorgen.

Der neue Batman-Film "The Dark Knight Rises" kam in der Nacht zum Freitag in die amerikanischen Kinos. In Deutschland soll er am Donnerstag kommender Woche veröffentlicht werden. In New York will die Polizei bei Vorstellungen aus Sorge um Nachahmungstäter anwesend sein. Die Premiere in Paris wurde abgesagt.


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