Meerbusch: Bei dieser Ampel sehen Autofahrer 12 Minuten ROT

"Noch mehr grün zu geben, wäre paradox"

Eine Rotphase vor dieser Ampel-Anlage an einer Bahn-Schranke in Meerbusch (Nordrhein-Westfahlen) kann schnell zur Wutprobe geraten. Autofahrer müssen hier unfassbare 12 Minuten warten. Das Ergebnis sind kilometerlange Staus - und zwar jeden Morgen. Wer da regelmäßig durch muss, sieht irgendwann verständlicherweise selbst rot.

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Warum aber die quälend langen Wartezeiten? Weil die Anliegerstraße Haus Meer, um die es geht, die kleinste an der Kreuzung ist - und deshalb haben die beiden Landstraßen und eine Straßenbahn Vorrang. Das dauere dann eben, so die Erklärung der Stadt. "Wir haben im Bereich der Schranke ein erhebliches Verkehrsaufkommen und Sachzwänge. Die Verkehrsingenieure können pro Stunde an allen Ampelanlagen nur 3.600 Sekunden grün geben", sagte ein Sprecher zum Kölner 'Express. "Den Fahrern aus Haus Meer, die durch Natur- und Landschaftsschutzgebiete fahren und damit Staus umgehen, noch mehr grün zu geben, wäre paradox."

Übrigens: Nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Hamm (Az.: 2 Ss OWi 486/99) können Autofahrer Ampeln auf Dauer-Rot nach einer angemessenen Wartezeit überfahren - allerdings besonders vorsichtig und ohne den Querverkehr zu gefährden. Demnach könne von einem Funktionsfehler ausgegangen werden, wenn das Rotlicht "wesentlich länger" als drei Minuten leuchtet.

Was allerdings eine "angemessene Wartezeit" ist, muss von Fall zu Fall entschieden werden, denn die Rotphasen können beispielsweise an viel befahrenen Kreuzungen länger ausfallen. Der ADAC rät daher zu einer Wartezeit von mindestens fünf Minuten - das entspricht in etwa zwei "normalen" Ampelschaltphasen. Kommt es zu einem Unfall, trägt der Rot-Fahrer laut Gesetzgeber allerdings die volle Schuld.