Nach Anschlag von Berlin: Eine der vermissten Frauen ist unter den Opfern

Eine trauernde Frau legt am 21.12.2016 am Anschlagsort auf dem Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz in Berlin Blumen nieder und zünden Kerzen an. Bei dem Anschlag mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche am Montagabend (19.1
Große Trauer nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt. © dpa, Bernd von Jutrczenka, bvj kno

Israelische Frau konnte identifiziert werden

Nach dem Terroranschlag in Berlin sind vier der zwölf Toten noch nicht identifiziert. Unter den Toten könnten weitere ausländische Opfer sein. Auf dem Weihnachtsmarkt am Ku'Damm wurde das Handy der Italienerin Fabrizia di Lorenzo gefunden. Von ihr selbst fehlt seit dem Anschlag jede Spur. Eine bisher vermisste israelische Frau konnte jedoch identifiziert werden – sie ist unter den Toten des Anschlags.

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Dies bestätigte am Donnerstag ein Sprecher des israelischen Außenministeriums. Die israelische Botschaft kümmere sich um die Überführung der Leiche in die Heimat. Die Frau war mit ihrem Mann auf dem Weihnachtsmarkt gewesen und nach dem Anschlag am Montagabend als vermisst gemeldet worden.

Ihr Mann, ebenfalls israelischer Staatsbürger, wurde bei der Attacke schwer verletzt. Er sei mehrmals operiert worden, schwebe aber nicht mehr in Lebensgefahr, berichtete die Nachrichtenseite ‚ynet‘. Das Ehepaar habe zwei erwachsene Kinder. Sie waren in Berlin, um bei der Identifizierung zu helfen.

Fabrizias Vater: "Ich mache mir keine Illusionen"

Von der Italienerin Fabrizia di Lorenzo fehlt jedoch noch jede Spur. "Meine Cousine (Fabrizia Di Lorenzo) antwortet seit gestern Nacht nicht mehr. Jemand hat ihr Handy und ihre Fahrkarte am Tatort gefunden", schreibt ihr Cousin auf Twitter. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, stammt die 31-Jährigeaus Sulmona aus den Abruzzen. Sie lebte seit 2013 in Berlin und arbeitete bei einem Logistikunternehmen.

Nachdem sie nicht zur Arbeit erschienen war, hatten sich Verwandte und Kollegen besorgt an die italienische Botschaft gewandt.

Fabrizias Familie sei noch in der Nacht zum Dienstag vom Außenministerium informiert worden, sagte ihr Vater der Agentur Ansa. Seine Frau und sein Sohn sind inzwischen in Berlin, wo sie auf die Ergebnisse eines DNA-Tests warten. Demnach ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Fabrizia unter den Toten ist. "Angesichts dessen, was mein Sohn mir gesagt hat, scheint es keine Zweifel zu geben", zitiert Ansa Fabrizias Vater. "Wir warten auf die Ergebnisse, aber ich mache mir keine Illusionen." 

Fabrizia wollte am Donnerstag für die Weihnachtstage in die Heimat fliegen. Jetzt bleibt ihren Angehörigen nur noch die Hoffnung, dass sie in einem der Krankenhäuser liegt, in die die vielen Verletzten gebracht wurden.

​Laut Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sei die Identifizierung der Toten zum Teil sehr kompliziert. 14 Menschen ringen nach seinen Angaben nach wie vor mit dem Tod.