Nach schwerem Unfall mit fünf Toten: Spezialist soll Müllwagen untersuchen

Polizei beschlagnahmt Müllwagen und zerquetschtes Auto
Polizei beschlagnahmt Müllwagen und zerquetschtes Auto Nagold: Fünf Tote nach schwerem Unfall 00:01:39
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Suche nach Ursache kann noch Tage dauern

Keiner kann sich im Moment erklären, wie das passieren konnte. In Nagold (Baden-Württemberg) kippt ein Mülllaster in einer Kurve um und begräbt ein Auto unter sich. Die fünf Insassen, darunter zwei Kinder, können nicht gerettet werden. Fahrer und Beifahrer des Mülltransporters werden leicht verletzt. Die Polizei teilte nun mit, dass die Suche nach der Ursache noch einige Tage andauern werde.

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Technischer Defekt führte wahrscheinlich zum Unfall

Feuerwehrkräfte arbeiten an der Unfallstelle in Nagold
Den Rettern bot sich ein grausames Bild. © dpa, Andreas Rosar, bwe jhe

"So etwas braucht Zeit", sagte ein Polizeisprecher. "Der ganze Lastwagen muss unter die Lupe genommen werden." Ein Spezialist sei beauftragt worden, ein Gutachten zu dem Unglück zu erstellen. Mit Ergebnissen rechnen die Beamten erst im Laufe der kommenden Woche.

Bisher geht die Polizei davon aus, dass ein technischer Defekt zu dem Unfall geführt hat. Der Müllwagen war beim Abbiegen umgekippt und hatte ein Auto unter sich begraben. Darin saßen die 25-jährige Fahrerin und ihr 22-jähriger Lebensgefährte, die zwei Jahre alte Tochter und der nur wenige Wochen alte Sohn sowie die 17-jährige Schwester der Fahrerin. Alle Fünf wurden bei dem Unfall getötet. Der 54 Jahre alte Fahrer des Lastwagens und dessen 26 Jahre alter Beifahrer wurden bei dem Unfall leicht verletzt. Der Fahrer erlitt einen schweren Schock. Beide kamen vorsorglich in ein Krankenhaus.

Müllwagen-Firma veröffentlicht Statement

Das Fahrzeug habe am Unglückstag Altholz einsammeln sollen, gab das Unternehmen in einer Mitteilung bekannt. Bis zum Unfall seien 15 Ladestellen abgefahren worden, es habe keine Beanstandungen und Auffälligkeiten gegeben. "Von einem angeblichen technischen Defekt ist uns nur aus der Presse bekannt. Wir bitten von weiteren Anfragen Abstand zu nehmen, da auch wir von dem tragischen Unglück sehr mitgenommen sind. Unsere Gedanken sind bei den Hinterbliebenen."