Nach Sexualmord an Studentin Maria L.: Hussein K. log bei seinem Alter und gesteht Drogenmissbrauch

Sexualmord an Maria L.: Prozess hat begonnen
Sexualmord an Maria L.: Prozess hat begonnen 00:01:46
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Gerichtsprozess in Freiburg gestartet

Sie fuhr nach einer Studenten-Party nachts mit dem Rad nach Hause. Doch die 19-jährige Studentin kommt in ihrer Wohnung nicht an, sie wird Opfer einer Vergewaltigung. Bewusstlos wirft der Täter sie in den Freiburger Fluss Dreisam, dort ertrinkt sie. Ein schrecklicher, grausamer Vorfall. Jetzt, rund elf Monate nach der Tat, läuft der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter - es ist ein junger Flüchtling. Hussein K. ist nach Angaben des Gerichts in Freiburg wegen Mordes in Tateinheit mit besonders schwerer Vergewaltigung angeklagt.

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"Wenn man minderjährig ist, ist die Situation in Deutschland besser"

Dem Mann wird vorgeworfen, die junge Frau nach der Vergewaltigung im knietiefen Wasser der Dreisam abgelegt zu haben. Eine Joggerin fand die Studentin am Morgen - tot. 

Der Angeklagte gestand vor Gericht, über sein Alter gelogen zu haben. Bei der Ankunft in Deutschland im Jahr 2015 sei er bereits 18 und nicht, wie damals von ihm behauptet, 16 Jahre alt gewesen. Er habe zur Schule gehen wollen, sagte der junge Flüchtling. "Wenn man minderjährig ist, ist die Situation in Deutschland besser." 

Sein Alter ist eine zentrale Frage im Prozess. Nach Auffassung der Ankläger ist K. sogar mindestens 22. Papiere mit Geburtsdatum oder Angaben zur Herkunft gibt es nicht. K. erzählte zunächst von seinem Lebensweg: In Afghanistan geboren und aufgewachsen sei er nach etwa 13 Jahren in den Iran gekommen. Nach "Problemen mit der Polizei" flüchtete er in die Türkei, von dort nach Griechenland und dann Deutschland. In Griechenland habe er nichts zu essen gehabt, von Müll und zeitweise ohne Obdach gelebt.

"Er hat sein langes Schweigen überraschend gebrochen"
"Er hat sein langes Schweigen überraschend gebrochen" 00:02:25
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Drogen - "Das war unser Leben"

Zu der ihm dort vorgeworfenen weiteren Gewalttat wurden keine Fragen zugelassen. Für die Zeit in Deutschland berichtete er von erheblichem Drogen- und Alkoholmissbrauch. Er habe über Monate mit Freunden Haschisch geraucht, getrunken und zweimal in der Woche auch Heroin konsumiert. "Das war unser Leben." Die Verhandlung wird wegen der Unklarheiten zum Alter vor der Jugendkammer geführt. K. wird Vergewaltigung in besonders schwerem Fall sowie die Ermordung von Maria L. vorgeworfen.

Hussein K. saß schon in Griechenland in Haft

Hussein K. wurde rund sieben Wochen nach der Tat Anfang Dezember festgenommen. Die Polizei hatte DNA-Spuren von ihm am Tatort gefunden, über Videoaufnahmen in einer Straßenbahn kamen ihm die Ermittler auf die Spur. Für den Prozess vor der Jugendkammer des Gerichts sind den Angaben zufolge 16 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte demnach im Dezember gesprochen werden.

Nach der Festnahme von K. stellte sich heraus, dass er in Griechenland vor seiner Flucht nach Deutschland eine 20-jährige Frau fast umgebracht hatte. Er kam in Haft, wurde im Zuge einer Amnestie aber wieder freigelassen. Dann tauchte er unter und 2015 als angeblich minderjähriger Flüchtling unerkannt in Deutschland wieder auf.