Neue Studie: Junge Ostdeutsche so ausländerfeindlich wie alte Westdeutsche

Alters-Unterschiede im Westen und Osten

Erschreckendes Ergebnis für die Demokratie: Laut einer neuen Studie der Universität Leipzig ist Ausländerfeindlichkeit eine bundesweit sehr verbreitete Einstellung. Jedoch gibt es regionale und altersspezifische Unterschiede. Die rechtsextreme Einstellung ist in Ostdeutschland vor allem ein Jugendproblem, in Westdeutschland dagegen eins der älteren Jahrgänge.

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Im Westen stimmen gut 23 Prozent der Befragten den ausländerfeindlichen Aussagen zu, im Osten sind es mit annähernd 32 Prozent deutlich mehr. © dpa, Fabian Bimmer

Im Westen stimmen gut 23 Prozent der Befragten den ausländerfeindlichen Aussagen zu, im Osten sind es mit annähernd 32 Prozent deutlich mehr. Die ab 1981 Geborenen im Osten geben eine ähnlich hohe Zustimmung an wie die bis 1930 im Westen Geborenen.

Bei der Zustimmung zu antisemitischen Aussagen ergab sich genau das gegenteilige Bild: In Westdeutschland war demnach knapp jeder zehnte Befragte antisemitisch eingestellt, im Osten hingegen jeder Sechzehnte.

Seit 2002 untersucht die Arbeitsgruppe um den Soziologen Johannes Kiess, Prof. Elmar Brähler und Dr. Oliver Decker an der Universität Leipzig die rechtsextreme Einstellung in Deutschland. Die Studie ‘Rechtsextremismus der Mitte‘ interessierte sich etwa dafür, ob die Befragten rechtsautoritäre Diktaturen befürworten, ob Ausländer nur nach Deutschland kommen würden, um den Sozialstaat auszunutzen, ob man sie in ihre Heimatländer zurückschicken sollte und ob Deutschland "in gefährlichem Maße überfremdet" sei – insgesamt 18 Fragen in sechs Kategorien.

Kontakt zu Migranten wirkt sich positiv aus

Laut der Studie wirkt sich der Kontakt zu Migranten positiv auf die Einstellung ihnen gegenüber aus. “Persönliche Kontakte stehen Vorurteilen im Weg“, erklärt Prof. Elmar Brähler. Direkter Kontakt im persönlichen Umfeld ist noch durchschlagender als der Kontakt mit Migranten im Arbeits- oder Wohnumfeld.

Fast 75 Prozent der Westdeutschen, aber nur gut 36 Prozent der Ostdeutschen haben in der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz Kontakt zu Migranten. Mit 58 Prozent gegenüber 24 Prozent eröffnet sich ein ähnliches Bild im Familien- und Freundeskreis. Die untersuchte Gruppe ohne solche Kontakte zeigt eine deutlich höhere Ausländerfeindlichkeit.