Neue Zahlen belegen: Immer mehr Opfer durch Ärztefehler

Zahl der Todesopfer durch Fehler ebenfalls gestiegen

Falsche Diagnosen, unentdeckte Krankheiten und Behandlungsfehler: In Deutschland beschweren sich jedes Jahr Tausende Patienten über Ärztepfusch. Gutachter der Ärzteschaft haben im vergangenen Jahr eine zunehmende Zahl von Medizinerfehlern festgestellt.

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Ärztepfusch
Tödliche Fehler: Im Jahr 2011 starben 99 Patienten wegen Ärztepfuschs. © dpa, Peter Endig

In Berlin veröffentlichten die Gutachter eine Statistik für das Jahr 2011: In 2.287 Fällen kamen die ärztlichen Stellen zum Ergebnis, dass Behandlungen, Diagnosen und die Patientenaufklärung fehlerhaft oder unzulänglich waren. Im Vorjahr waren es 2.199 Fälle. 99 Menschen starben in Folge der Fehler. 2010 waren es 87 Patienten. Zudem kam es zunehmend zu Patientenbeschwerden: Waren es 2010 noch 11.016, stieg die Zahl auf 11.107.

Rechte der Patienten stärken

Opfer von Ärzte-Fehlern haben oft doppeltes Nachsehen. Zu den Schäden kommt oft ein langer Kampf ums Recht. Betroffene können langwierige Auseinandersetzungen vor Gericht vermeiden, wenn sie sich an die Streitschlichtungsstellen der Ärzteschaft wenden. Insgesamt beanstanden Patienten nach Schätzungen weit öfter ihre Behandlung. Auch Gerichte, Krankenkassen und Haftpflichtversicherer zählen zu den Adressaten.

Verdacht auf falsche Behandlungen von Knie- und Hüftarthrose war zuletzt der häufigste Grund, sich an die Gutachter zu wenden. Die Verfahren der Standesgremien dauerten im Schnitt knapp 15 Monate - vor Gericht können Jahre bis zu einem Urteil vergehen. Die Bundesregierung will die Rechte der Patienten derzeit in einem eigenen Gesetz stärken. Im Mai beschloss das Bundeskabinett dazu das Patientenrechtegesetz. In gravierenden Fällen soll künftig der Arzt beweisen müssen, dass ein Schaden nicht von einem Fehler herrührt.


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