Neujahrs-Bilanz: Viele Tote durch Böller und Brände

Deutsche begrüßen 2011 mit Mega-Party

Knaller, Raketen und ganz viel Sekt: Das Jahr 2011 ist da. Die Mega-Partys im ganzen Land wurden durch zahlreiche Unglückfälle überschattet. Deutschlandweit war die Feuerwehr im Dauereinsatz, mehrere Menschen starben bei Bränden oder durch Böller.

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Neujahrs-Bilanz: Viele Tote durch Böller und Brände
In Berlin versammelten sich Hunderttausende am Brandenburger Tor © dpa, Robert Schlesinger

Die Silvesternacht begann mit Partys im ganzen Land: In Berlin kamen eine Millione Menschen am Brandenburger Tor zusammen, um sich auf Deutschlands größter Silvesterparty in die Arme zu fallen.

Es blieb vergnügt und friedlich, die Polizei meldete keine Probleme. Um 22.30 Uhr wurde das Gelände wegen des großen Andrangs geschlossen.

Um Mitternacht gab es dann viele "Aaaahs" und "Oooohs": Das Feuerwerk unter dem Motto 'Achitektur am Himmel' des Künstlers Gert Hof erhellte fast 15 Minuten lang den historischen Schauplatz in Berlin-Mitte. Gänsehautstimmung, als Tenor Paul Potts aus voller Brust sein 'Nessun Dorma' (Keiner schlafe) schmetterte.

Feuerwehr und Polizei im Dauereinsatz

Der Feuerwehr und Polizei war jedoch weniger zum Feiern zumute. Vielerorts war sie im Dauereinsatz. Deutschlandweit haben sich zahlreiche Menschen verletzt, als sie zu Silvester Böller zünden wollten - in Bayern kam ein Mann ums Leben. Er hatte den Feuerwerkskörper selbst gebastelt, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilte. Wenige Minuten nach Mitternacht zündete er den Sprengkörper. Dabei explodierte der Knaller und verletzte den Mann so schwer am Kopf, dass er noch am Unglücksort starb.

Ein Böller-Bastler in Kiel verletzte sich schwer und verursachte eine stundenlange Evakuierung benachbarter Häuser, etwa 60 Menschen mussten zeitweise ihre Wohnungen verlassen. Das Munitionsräumkommando musste anrücken, um weitere gefundene Sprengstoff-"Selbstlaborate" zu entschärfen, wie ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) mitteilte. Der 31-Jährige hatte sich bei einer Explosion schwer an Hand und Gesicht verletzt.

Verletzungen mit Böllern auch in Hamburg: Einem 20-Jährigen wurde ein Finger abgerissen. Hart traf es auch eine 27-Jährige: Aus Unachtsamkeit explodierte eine Rakete direkt neben ihrem Kopf. Sie erlitt Verbrennungen im Gesicht und ein Knalltrauma. Ein 26-jähriger verletzte sich beim Zünden eines Böllers schwer an der rechten Hand. Ein Mann in München zerfetzte sich die Hand, als er einen Silvester-Knaller loslassen wollte und auch in Völklingen (Saarland) riss ein Silvesterkracher einem jungen Mann mehrere Finger ab.

Mehrere Menschen starben bei Wohnungsbränden. Allein in Hamburg hatte die Feuerwehr binnen zwölf Stunden 1.102 Einsätze, davon 864 Rettungsdiensteinsätze.

Eine 51-Jährige starb in ihrer Wohnung in Bad Reichenhall. Laut Polizeiangaben waren zuvor auf dem Balkon Wunderkerzen angezündet worden. Im oberfränkischen Eckersdorf kam ein Mensch bei einem Feuer in einem Einfamilienhaus ums Leben. Eine 87 Jahre alte Frau starb in Nürnberg bei einem Brand in ihrem Wohnzimmer; in Großostheim (Bayern) kostete ein Schwelbrand einer Frau das Leben - in beiden Fällen war die Ursache noch unklar.

Ein Mann und ein Kind wurden am Samstag tot in einer Wohnung in Freising (Bayern) gefunden. Wie die Polizei mitteilte, starben sie an einer Kohlenmonoxidvergiftung, nachdem ein Holzkohlegrill in der Wohnung angezündet worden war. Drei Menschen wurden schwer verletzt. "Es sieht aus wie ein tragischer Unfall", sagte ein Polizeisprecher.

In einem Aachener Mehrfamilienhaus kam bei einem Wohnungsbrand am frühen ein Mann ums Leben. Die Brandursache ist noch unklar. In der Aachener Innenstadt wütete ein Feuer im Inneren einer Kirche. Der Hochaltar sei "total beschädigt" worden, sagte ein Polizeisprecher. Möglicherweise löste den Brand eine Silvesterrakete aus, die ein Fenster durchschlagen hatte.


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