Obdachloser Held von Manchester vor Gericht – beklaute er die Opfer?

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Stephen Jones wurde nach dem Anschlag in Manchester als Held gefeiert - doch war seine Hilfe gar nicht so selbstlos, wie gedacht?

Bereicherung in der Not

Nach dem Anschlag bei einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande in Manchester mit 22 Toten wurde ein Obdachloser weltweit als Held gefeiert. Der 33-jährige Stephen Jones soll den Opfern nach dem Bombenanschlag am 22. Mai 2017 zur Hilfe geeilt sein. Eine Frau soll sogar in seinen Armen gestorben sein. Doch nun kommen Zweifel an der selbstlosen Tat des Obdachlosen auf: Jones steht wegen Diebstahls vor Gericht.

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Obdachloser weist Vorwürfe zurück

Jones soll einer verletzten Frau nach dem Attentat den Geldbeutel und einem 14-jährigen Mädchen das Handy geklaut haben. Bei einer ersten Anhörung vor Gericht in Manchester plädierte der Beschuldigte allerdings auf unschuldig.

Kurz nach dem Anschlag äußerte er sich über seinen Einsatz. "Es ist einfach menschlich. Es waren viele Obdachlose vor Ort, die geholfen haben", sagte Jones. "Wir haben immer noch ein Herz und den Instinkt, Menschen zu helfen, die Hilfe brauchen, und das haben wir getan."

Als Dank für seine vermeintlich selbstlose Hilfe überkam Jones damals eine Welle der Solidarität: Umgerechnet knapp 58.000 Euro (52.500 Britische Pfund) an Spenden wurden im Internet für ihn gesammelt. Ob er die im Falle einer Verurteilung zurückzahlen muss, bleibt unklar.