Opfer-Vater: Maskenmann "ist Abschaum"

Prozess gegen Kindermörder Martin N.

"Darauf habe ich sehr lange gewartet, viel zu lange" - das sagt Ulrich Jahr, der Vater von Stefan Jahr, nachdem er dem mutmaßlichen Mörder seines Sohnes, dem sogenannten 'Maskenmann', am Montag beim Prozessauftakt im Gerichtssaal begegnete. Bis zum Urteil will er nun nicht mehr in die Verhandlung kommen.

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Die Angehörigen der beiden anderen Jungen wollen weiter dabei sein - bis Martin N. verurteilt ist und wie sie hoffen, nie wieder frei kommt. Martin N. muss sich für die drei Morde und zwanzig Missbrauchsfälle verantworten.

Zum ersten Mal steht Ulrich Jahr dem Mann gegenüber, der 1992 seinen damals 13-jährigen Sohn Stefan aus einem Internat entführt, missbraucht und erwürgt hat. Ulrich Jahr: "Er ist für mich Abschaum. Und es ist eigentlich egal, wie er sich verhält, er wird auch immer Abschaum bleiben. Für mich zählen seine Taten."

Familien erhoffen sich Antworten auf ihre Fragen

Auch Stefans Mutter und sein Bruder Oliver sind beim Prozess dabei. Genau wie die Familien der anderen beiden ermordeten Jungen. Sie alle erhoffen sich Antworten: Wie genau starben die Kinder? Was passierte bevor sie getötet wurden?

Martin N. versteckte sich im Gerichtssaal hinter einem Ordner, wirkte gleichgültig. Er hatte strähnige Haare, lange Fingernägel, einen Vollbart. Ein vorläufiges psychiatrisches Gutachten kam zu dem Ergebnis: Der 40-jährige gebürtige Bremer ist voll schuldfähig. In gut zwei Wochen geht der Prozess weiter. Dann will der in den Medien als 'Maskenmann' bekannte Martin N. von seinem Verteidiger eine Erklärung verlesen lassen.