Phlegräische Felder: Elfjähriger und Eltern sterben in Vulkankrater bei Neapel

Eltern und Kind sterben in Vulkanfeld
Eltern und Kind sterben in Vulkanfeld Tragödie bei Neapel 00:00:24
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Eltern wollten ihren Sohn aus Vulkankrater retten

Der Leichtsinn eines Elfjährigen kostet den Jungen und seine Eltern das Leben. Das Kind betritt einen gesperrten Bereich am Rande eines Vulkankraters in Pozzuoli bei Neapel und wird dort ohnmächtig. Beim Versuch, ihren Sohn zu retten, sterben auch seine Eltern.

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Phlegräische Felder sind beliebte Touristenattraktion

Feuerwehrmänner und Polizisten stehen am 12.09.2017 auf einem Vulkanfeld in Pozzuoli in der Nähe von Neapel (Italien). Ein elfjähriger Junge und dessen Eltern sind in einem Krater des Vulkanfelds ums Leben gekommen. (zu dpa «Eltern und Kind sterben i
Feuerwehrmänner und Polizisten an der Unglücksstelle in Pozzuoli bei Neapel. © dpa, Ciro Fusco, DC joh gfh

Ein sieben Jahre altes Kind der Familie aus Turin überlebt das Unglück an den Phlegräischen Feldern in Pozzuoli. Die genauen Umstände des tragischen Unglücks sind noch ungeklärt, Medienberichten zufolge könnte es sich um eine Falle aus brodelndem Schlamm oder Gasen gehandelt haben.

Der Vulkankrater ist auch bei Touristen eine beliebte Attraktion. Wie an vielen Stellen der Solfatara strömen dort heiße Gase aus, der Untergrund sei weich, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Der Junge habe das Bewusstsein verloren. Bei ihren Rettungsversuchen seien kurz darauf auch der Vater und dann die Mutter ums Leben gekommen, hieß es.

"Ich habe noch nie so eine schlimme Tragödie erlebt"

Der Geologe Roberto Isaia zeigt im Vulkan-Observatorium des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) in Neapel (Italien) am 16.06.2017 auf eine Satellitenaufnahme des Golfs von Neapel. Rund um die Uhr werden hier die Vulkane Vesuv,
Im Vulkan-Observatorium des Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) in Neapel werden die Vulkane Vesuv, Phlegräische Felder und Ischia per Satellit überwacht (Archivfoto, Juni 2017). © dpa, Lena Klimkeit, lkl axs

Die Zeitung 'Il Mattino' berichtete, dass der Junge in eine Spalte mit brodelndem Schlamm gefallen sei, wo Vater und Mutter ihm zur Hilfe eilen wollten. Der kleinere Bruder habe sich nicht verletzt. "Ich habe gesehen, wie ein Junge weinend davon gelaufen ist, ich habe noch nie so eine schlimme Tragödie erlebt", sagte der Anwohner Diego Vitagliano laut Zeitung.

Die Solfatara ist einer der Krater der Phlegräischen Felder, ein etwa 150 Quadratkilometer großes Areal mit hoher vulkanischer Aktivität, das sich bis Neapel erstreckt. Die Phlegräischen Felder sind mit ihren beeindruckenden Rauchsäulen, die aus dem Boden aufsteigen, ein beliebter Ausflugsort für Schulkinder und Touristen. Direkt auf dem offen zugänglichen Feld sind mehrere Löcher, aus denen heiße Gase strömen. Die Gegend ist bekannt für ihren tückischen, treibsand-ähnlichen Boden.