Pollen-Alarm durch Klimawandel: Allergien immer heftiger

Young woman sneezing among flowers outdoors
Aggressive Pollen machen Allergikern das Leben schwer. © Getty Images/iStockphoto, ajkkafe

Experten warnen vor Ausbreitung von Allergien durch zunehmend aggressive Pollen

Millionen Deutsche leiden an einer Pollenallergie. Und Forscher warnen jetzt: Betroffene zeigen zunehmend heftigere Symptome und immer mehr Menschen werden zu Allergikern. Schuld daran ist den Experten zufolge vor allem der Klimawandel. In Städten lebende Menschen sind besonders stark gefährdet.

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Droht uns jetzt der Pollen-Kollaps?

Eigentlich ist der Beginn des Frühlings doch Anlass zur Freude, oder? Das T-Shirt-Wetter genießen, viel Zeit an der frischen Luft verbringen, hellere und längere Tage ausnutzen - doch für Millionen Allergiker in Deutschland beginnt mit dem Frühling die härteste Zeit des Jahres. Rund 15 Prozent der Deutschen leiden nach Angaben des Robert Koch-Instituts an Heuschnupfen, knapp neun Prozent an Asthma.

Und für sie könnte es demnächst noch schlimmer kommen: "Patienten berichten uns, dass ihre Symptome von Jahr zu Jahr schlimmer werden", sagt Claudia Traidl-Hoffmann, die Direktorin des Instituts für Umweltmedizin des Helmholtz Zentrums München und der TU München. Und nicht nur das: Experten rechnen zudem mit einer weiteren Verbreitung von Allergien in der Bevölkerung.

Doch womit hängt das zusammen?
Die Experten sehen neben einem veränderten Lebensstil der Menschen - wir verbringen extrem viel Zeit in geschlossenen Räumen statt in der freien Natur - einen klaren Zusammenhang zu Umweltbedingungen, die vor allem vom Klimawandel beeinflusst werden. Mehrere Faktoren zusammen sorgen für einen stärkeren Pollenflug, der auch stärker reizend wirkt. 

Ein entscheidender Aspekt ist dabei das Wachstum von Pflanzen: Denn durch den Klimawandel, also die globale Klimaerwärmung, haben sich die Bedingungen für das Pflanzenwachstum verbessert. Laut Daten des Allergie-Centrums der Berliner Charité hat sich die Pollensaison in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren nicht nur deutlich verlängert, sie ist auch intensiver geworden.

Wer ist besonders betroffen?
Vor allem Menschen, die in Städten leben. Denn Pollen, die in der Nähe von Hauptstraßen gebildet werden, sind mit Dieselrußpartikeln besetzt und wirken aggressiver auf die Atemwege ein. Auf diese Weise können auch leichter Allergien entstehen. Hinzu kommt: Pflanzen wie Gräser und Kräuter, die zum Beispiel an Hauptverkehrsstraßen wachsen und dort viel CO2 ausgesetzt sind, stoßen verstärkt Pollen aus. Sie werden mit dem Treibhausgas regelrecht gedüngt.

"Kinder sind besonders empfänglich", sagt die Medizinerin Claudia Traidl-Hoffmann. "Was aber auch dramatisch ist: Wir sehen jetzt einen Anstieg von Ekzemen und Allergien bei älteren Menschen über 70 Jahren." Menschen, die ein Leben lang beschwerdefrei waren, bekommen vermehrt eine Allergie. 

Setzt sich der Klimawandel so fort wie vorhergesagt, erwarten Experten ganzjährige Beschwerden bei Betroffenen und eine weitere Zunahme der Pollenallergien.

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