Protest an Columbia-Universität in New York: Emma (21) nimmt Matratze überall mit hin

04.09.2014 | 16:01
Columbia-Universität in New York Emma Sulkowicz wurde in ihrer ersten Nacht auf dem Campus der Columbia-Universität in New York von einem Kommilitonen vergewaltigt.

"Die Menschen sollen sehen, dass es überall passieren kann"

Jeder an der Columbia-Universität in New York soll sehen, welche Last Emma Sulkowicz mit sich rumtragen muss. Die Studentin wurde in ihrer ersten Nacht auf dem Campus im August 2012 von einem Kommilitonen vergewaltigt. Trotz Anzeige hat der mutmaßliche Täter keine Konsequenzen zu befürchten. Jetzt protestiert die 21-Jährige auf ungewöhnliche Weise dagegen.

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"Solange ich hier studiere und mein Vergewaltiger frei herumläuft, werde ich überall mit meiner Matratze hingehen", sagt Emma der Zeitschrift 'NY Mag'. Es soll eine Mahnung sein: "Ich nehme die Matratze mit, damit die Menschen sehen, dass es überall passieren kann."

Zugleich will die Studentin der 'Bildenden Kunst' die Protestaktion in ihre Abschlussarbeit einbinden. "Matress Performance – we carry the weight" ("Matratzen-Aufrtitt – wir tragen die Last") heißt der Titel. "Ich hätte auch mein Kissen nehmen können, aber ich wollte, dass die Leute sehen, wie es eine Person belastet, wenn man von der Schulleitung ignoriert und von der Polizei schikaniert wird", erklärt sie dem 'Columbia Daly Spectator'.

Unterstützung in sozialen Netzwerken

Wie lange Emma die Matratze mit sich tragen möchte, beantwortet sie in ihrem Video: "So lange, bis ich meinen Abschluss habe – oder aber der Kerl endlich rausgeworfen wird." In sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook findet die Studentin mit ihrem Protest viel Unterstützung und Bewunderung.

Die Universität hat sich zu der Aktion bisher nicht geäußert. Bereits zuvor gab es eine Reihe von Protesten gegen die Hochschule und ihren Umgang mit Sex-Tätern. Im April 2014 reichten 23 Studentinnen, darunter auch Emma, eine 100-seitige Beschwerde ein, die kritisiert, dass die Leitung derartige Überfälle nicht ernst nehmen würde. Auch an anderen US-Unis hatte es im vergangenen Jahr zahlreiche Anzeigen gegeben – ohne Erfolg.