Prozess um weltberühmtes Affen-Selfie - Fotograf ist finanziell ruiniert

Fotograf ist finanziell ruiniert
Fotograf ist finanziell ruiniert Prozess um weltberühmtes Affen-Selfie 00:01:48
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Streit um Urheberrechte

Ein Affe, der in die Kamera lacht - dieses Selfie ging viral. Es hat den Fotografen David Slater berühmt gemacht und ihn zugleich in den Ruin getrieben. Denn: Seit Jahren muss er sich mit der Tierschutzorganisation PETA vor Gericht streiten, die behauptet, der Affe habe die Rechte an dem Bild.

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Narutos Bild ging um die Welt

Wer darf an einem Foto verdienen, das ein Affe von sich selbst gemacht hat? Diese Frage will die Tierschutzorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals) klären lassen.

Es geht um das Bild des Naturfotografgen David Slater: 2011 verbrachte der Fotograf aus dem britischen Wales mehrere Wochen mit sogenannten Schopfaffen in Indonesien. Und in dieser Zeit geschah etwas, wovon so mancher Fotograf nur träumen würde: Einer der Affen guckt direkt in die Kamera, fängt plötzlich an zu lachen – und drückt auf den Auslöser von Slaters Kamera. Das Affen-Selfie ging viral, wurde in zahlreichen Publikationen abgedruckt und kommentiert.

PETA klagt

Schopfmakaken im indonesischen Sulawesi
Schopfmakaken, wie dieser hier im indonesischen Sulawesi, sind vom Aussterben bedroht (picture alliance/Arco Images GmbH) © picture alliance

Und dann kam das gerichtliche Nachspiel: "2015 stand ein Mann vor der Tür und gab mir einen Umschlag. Darin stand, dass ich von einem Affen verklagt werde", berichtet Slater.

Die Tierschützer klagten gegen den Fotografen, weil ihrer Meinung nach das Urheberrecht an dem Bild dem Affen zustehe. Slater, der das Urheberrecht für sich beansprucht hatte, sei nur der Eigentümer der Kamera. Der Schopfmakake Naruto hingegen derjenige, der ganz bewusst zur Kamera gegangen ist, seine Reflexion in der Linse gesehen und den Auslöser gedrückt hat.

Die Kläger wollen daher, dass sämtliche Einnahmen, die mit dem Selfie erzielt wurden, an den Schopfmakaken und seine Artgenossen fließen. Denn die Primatenart ist gefährdet.

Kein Geld, um seine kaputte Kamera zu reparieren

Gefährdet ist mittlerweile aber auch Slater selbst: Der Rechtsstreit über das Affen-Selfie hat ihn inzwischen finanziell ruiniert. Dem 'Guardian' erzähle er, dass er mittlerweile darüber nachdenke, Hunde auszuführen, denn mittlerweile fehle ihm sogar das Geld, um seine kaputte Kamera reparieren zu lassen. Für Anwälte und Flüge hat Slater inzwischen über 10.000 Euro ausgegeben. Viel von dem, was er bislang mit dem Foto verdient hat, hat er an Affenschutzprojekte gespendet.

Er wollte auf das Aussterben der Tiere aufmerksam machen

Sein Ziel war es, mit dem Foto darauf aufmerksam zu machen, dass die indonesischen Schopfmakaken aussterben. Gerade deshalb fühlt sich Slater gründlich missverstanden.

Außerdem ist er der Meinung, dass das Foto seine eigene künstlerische Leistung war. Mehrere Tage lang ist der Naturfotograf der Affen-Horde, in der auch Naruto lebte, durch den indonesischen Dschungel gefolgt. Das Foto – so Slater – sei kein glücklicher Zufall gewesen, sondern vielmehr das Ergebnis einer guten Vorbereitung auf sein Fotoprojekt. Er erklärte, dass er lange warten musste, bis der Makake das Selfie mit meiner Kamera gemacht hat.

Da die Aufnahme Teil eines Fotobandes ist, das in Kalifornien veröffentlicht wurde, wird der richterliche Streit im amerikanischen San Francisco verhandelt. Dort könnten die Tierschützer durchaus vor Gericht gewinnen. Trotzdem will David Slater nicht aufgeben. In den kommenden Monaten soll ein Urteil fallen - dann zeigt sich, wer den Rechtsstreit gewinnt: Affe oder Mensch.