Reifenplatzer auf der Autobahn 7: Was tun, wenn es plötzlich passiert?

Wohnmobil kommt durch Reifenplatzer ins Schleudern
Wohnmobil kommt durch Reifenplatzer ins Schleudern Schwerer Unfall auf der A7 00:00:33
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Aus diesem Wrack kamen alle lebend raus - ein Wunder!

Kaum zu glauben, dass aus diesem verunglückten Wohnmobil noch jemand lebend herausgekommen ist. Das Fahrzeug hatte sich nach einem Reifenplatzer auf der Autobahn 7 bei Dietmannsried in Bayern überschlagen. Vier Menschen wurden bei dem Unfall verletzt, wie die Polizei mitteilte. 

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So handeln Sie richtig, wenn bei voller Fahrt ein Reifen platzt

Ein zerstörtes Wohnmobil liegt am 16.07.2017 auf dem Seitenstreifen der A7 zwischen Bad Grönenbach und Dietmannsried (Bayern). Durch einen Reifenplatzer kam das Wohnmobil ins Schleudern und überschlug sich an der seitlichen Böschung. Vier Menschen wu
Ein Bild der Zerstörung: Nach dem Reifenplatzer lag das komplett zertrümmerte Wohnmobil auf der A7. © dpa, Pöppel, abl

Über die Schwere der Verletzungen konnte die Polizei zunächst keine Auskunft geben. Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Die Bilder von der Unfallstelle zeigen, wie gefährlich ein Reifenplatzer ist. Als Hauptursache für einen geplatzten Reifen gilt - neben Verschleiß - ein zu niedriger Luftdruck im Reifen. In Kombination mit zu hoher Geschwindigkeit ist das fatal.

Vorder- oder Hinterreifen?

Wichtig ist zunächst, ob es sich um einen Vorder- oder einen Hinterreifen handelt. Ein Reifenplatzer an der Vorderachse lässt sich relativ leicht durch Gegenlenken in den Griff bekommen - richtig gefährlich wird es, wenn es sich um einen Reifen von der Hinterachse handelt. Denn das ist die "spurführende Achse", wie Auto-Experten sagen. Weil die Hinterreifen exakt in der Spur der Vorderräder laufen, bleibt der Wagen während der Fahrt gerade. 

Ein Knall! Das Auto schlingert und ruckelt? Versuchen Sie zuerst, das Warnblinklicht einzuschalten, um die anderen Verkehrsteilnehmer zu warnen. Das Lenkrad fest mit beiden Händen greifen und durch leichtes Gegenlenken das Auto stabilisieren. Bloß nicht hektisch und stark einschlagen - und vor allem nicht in die falsche Richtung - sonst gerät das Auto ins Schleudern. Auch wichtig: sanft bremsen! Es sei denn, das Fahrzeug schleudert bereits, dann hilft nur eine Vollbremsung. Wenn Sie das Auto unter Kontrolle haben, versuchen Sie den Standstreifen zu erreichen.

So können Sie sich auf den Ernstfall vorbereiten

Bei einem Fahrsicherheitstraining lassen sich gefährliche Situationen simulieren und unter kontrollierten Bedingungen durchspielen. Wichtig ist, dass Sie im Ernstfall wissen, wie Sie zu reagieren haben, um das Schlimmste zu verhindern. 

Sind Ihre Reifen noch in Ordnung?

Experten raten Autofahrern dazu, sich mindestens alle acht Jahre einen neuen Satz Reifen anzuschaffen. Wichtig ist zudem, alle zwei Wochen den Reifendruck zu kontrollieren. Natürlich auch, nachdem Sie die Sommerbereifung gegen die Winterbereifung ausgetauscht haben oder umgekehrt.

Durch regelmäßige Kontrollen bemerken Sie einen schleichenden Luftverlust, der zum Beispiel auftritt, wenn Sie in einen Nagel gefahren sind. Auch Bordsteinkanten sind übrigens reinste Autoreifen-Zerstörer. Fahren Sie also immer schön langsam über jede Art von Kante.