Rettungsgasse blockiert und Einsatzkräfte verspottet: Feuerwehr zeigt 30 Autofahrer an

So einfach geht's: Rettungsgasse
So einfach geht's: Rettungsgasse Feuerwehr mit emotionalem Appell 00:02:12
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Autofahrer benutzen Rettungsgasse als Überholspur

Wenn sich auf der Autobahn ein Unfall ereignet, ist das Bilden einer Rettungsgasse für die Opfer oftmals überlebenswichtig. Als in Hessen diese Woche ein Bauarbeiter von einem Gerüst an einer Autobahnbrücke stürzte, blockierten jedoch mehrere Autofahrer die Gasse und machten sich sogar über die Retter lustig, die zu Fuß zur Unfallstelle laufen mussten. Das könnte nun für einige von ihnen richtig teuer werden. Die Feuerwehr zeigt nämlich 30 besonders dreiste Autofahrer an.

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Als sich der Unfall bei Weiterstadt ereignete, bahnte die Polizei zwei Rettungswagen den Weg zu dem verunglückten Gerüstbauer auf einem gesperrten Abschnitt der A5. Zunächst bildeten die Autofahrer auch vorschriftsmäßig eine Rettungsgasse, sodass die Einsatzfahrzeuge zu dem Schwerverletzten vordringen konnten.

Einige besonders dreiste Verkehrsteilnehmer nutzten dann aber den freigewordenen Streifen als Überholspur. Ein Notarzt und mehrere große Fahrzeuge der Feuerwehr, die nachkamen, blieben darum stecken und die Retter verloren wichtige Zeit. "Für die ersten zwei Kilometer haben wir über 20 Minuten gebraucht", sagte ein Mitglied der freiwilligen Feuerwehr der 'Hessenschau'.

Die Retter verloren wichtige Zeit

Als dann gar kein Vorankommen mehr möglich war, stiegen die Retter aus und liefen das letzte Stück bis zur Unfallstelle. Die Werkzeuge und das Gerät, das sie bei einem schwereren Unfall mit eingeklemmten Verletzten gebraucht hätten, konnten sie nicht mitnehmen. "So ein rücksichtsloses Verhalten wie heute kostet Menschenleben", sagte Theo Herrmann, Pressesprecher der Feuerwehr, der 'Bild'-Zeitung.

Doch damit nicht genug, etliche Autofahrer verspotteten die Retter, die in voller Feuerwehr-Montur und mit Ausrüstung beladen durch den Stau laufen mussten. Das wollten die Einsatzkräfte nicht auf sich sitzen lassen. Nachdem der Verletzte versorgt war, dokumentierten sie die Kennzeichen von den Autofahrern, die den Einsatz behindert hatten. "Wir wurden angepöbelt und beschimpft, was wir uns denn einbilden", erzählte Herrmann der Zeitung. Für sie könnte es nun teuer werden, denn die Feuerwehr zeigt sie alle bei der Polizei an.

Der Verletzte überlebte nur durch einen Zufall

Der Verletzte konnte nur durch einen glücklichen Zufall gerettet werden. Auf der Gegenfahrbahn stand gerade ein Notarzt im Stau. Er versorgte den Mann nach dem Arbeitsunfall, bis endlich ein Rettungshubschrauber den Verletzten ins Krankenhaus bringen konnte.