Riesige Waffensammlung: Dreieinhalb Jahre Gefängnis für 'Pulver-Kurt'

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Die sichergestellte Waffen- und Sprengstoffsammlung des Rentners 'Pulver-Kurt' (Archivfoto). © dpa, Martin Goldhahn

Er hortete Sprengstoff und Waffen in einer Scheune

Das Urteil ist gefallen, der Waffennarr muss hinter Gitter: Der als 'Pulver-Kurt' bekannt gewordene Rentner aus der Pfalz muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht Bad Kreuznach verurteilte den 64-Jährigen unter anderem wegen Verstößen gegen das Waffen- und das Sprengstoffgesetz zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Der Mann besaß eine der größten illegalen Waffen- und Sprengstoffsammlungen in Deutschland.

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"Das war eine hochgefährliche Situation hier", sagte der Vorsitzende Richter Bruno Kremer. "Es waren funktionstüchtige Waffen, es waren hochgefährliche Waffen." Wegen Kreislaufproblemen des Angeklagten war die Verhandlung in der vergangenen Woche kurz vor der Urteilsverkündung unterbrochen worden.

In seiner Wohnung und in einer angemieteten Scheune hatte die Polizei 2011 mindestens 100 Kilogramm Sprengstoff, mehrere Maschinengewehre und andere Waffen entdeckt. Wie gefährlich sein Depot möglicherweise für Unbeteiligte war, sei ihm erst im Prozess richtig bewusstgeworden, hatte der 64-Jährige vor Gericht ausgesagt. "Das hat nie zu meiner Lebensplanung gehört, dass ich mal ins Gefängnis muss", sagte der Rentner.

Ganzes Dorf musste evakuiert werden

Die Räumung der Depots hatte für großes Aufsehen gesorgt. Unter anderem hatte ein ganzes Dorf zeitweise evakuiert werden müssen. Richter Kremer rügte den Angeklagten: "Er kannte die Rechtsvorschriften ganz genau, und trotzdem hat er sich über sie hinweggesetzt."

Es sei ein großer Glücksfall gewesen, dass nichts Schlimmeres passiert sei. Durch seine Mitgliedschaft im Schützenverein und im Reservistenverband habe der Angeklagte gewusst, dass er einen Großteil seiner Waffen illegal besitze. Im Laufe des Verfahrens habe er seine Taten zwar gestanden, sie aber immer wieder beschönigt. "Die ganz große Schuldeinsicht konnten wir bei dem Angeklagten nicht feststellen", so der Richter.

Der Verteidiger des Rentners nannte das Urteil "nicht vollkommen indiskutabel oder inakzeptabel". Er wolle sich nun mit seinem Mandanten beraten, ob sie die Entscheidung anfechten, glaubt aber: "Die Chancen in einer Revision sind üblicherweise nicht die glänzendsten." Nach den Worten seines Anwalts beginnt 'Pulver-Kurt' allerdings, seine Begeisterung für Waffen inzwischen zu hinterfragen. Er habe "schlagartig kein Interesse mehr an Schützenverein und dergleichen".


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