RTL-Reporterin zu Ermittlungen in Boston: FBI sucht mit Foto Zeugen

Weiter Ermittlungen in alle Richtungen

Noch immer hat das FBI nach dem Bombenattentat auf den Boston-Marathon keine richtige heiße Spur. Funde, die Hinweise auf die Bauweise der Bombe geben, können nicht eindeutig einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden. War der Terror gegen das Land gerichtet, kam er von Außen, möglicherweise von extremen Islamisten? Oder aber kam der Terror von Innen, von einer rechten amerikanischen Gruppe, die die Regierung im Visier hat?

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Boston, Bombe, Explosion
Bilder des Fernsehsenders WHDH zeigen eine Tasche neben einem Mülleimer, kurze Zeit später explodiert dort eine Bombe.

Hinweise und Zeugen erhofft sich das FBI nun durch die Veröffentlichung eines Fotos, das ein an der späteren Explosionsstelle abgestelltes Gepäckstück zeigt. Außerdem veröffentlichte die Behörde mehrere Bilder von mutmaßlichen Bombenteilen.

"Irgendjemand weiß, wer dies getan hat"

Die Ermittler hoffen auf den entscheidenden Tipp aus der Bevölkerung. "Irgendjemand weiß, wer dies getan hat", sagte Rick DesLauriers von der Bundespolizei FBI. Konkret suche die Polizei nach Hinweisen zu schwarzen Nylontaschen, in denen die Sprengvorrichtungen wohl an den Ort der Explosionen transportiert worden seien.

Die für die Bomben verwendeten Materialien müssten genau im Labor untersucht werden, sagte er. Die Ermittler veröffentlichten zahlreiche Fotos von den Spuren am Tatort. Schnellkochtöpfe wurden zu Bomben umgebaut. Nach inoffiziellen Berichten waren sie mit Schießpulver gefüllt und einem Zeitzünder ausgerüstet. Eine vergleichsweise einfache Bauart mit schrecklichen Folgen für die Opfer.

"Viele haben schwere Wunden an den unteren Körperteilen", berichtete Dr. George Velmahos vom Massachusetts General Hospital. "Sowohl durch die Wucht der Detonation als auch durch kleine Metallteile, die in ihre Körper eingedrungen sind: In den Bomben waren Schrot, Splitter und Nägel."

Hunderte Menschen haben bei kurzfristig organisierten Gedenkfeiern in Boston der Opfer der Bombenanschläge gedacht. Mit US-Fahnen und Plakaten versammelten sie sich an verschiedenen Orten der Stadt, um gemeinsam zu singen und zu trauern. In einem Park nahe der Anschlagstelle zündeten viele Menschen Kerzen an und sangen die amerikanische Nationalhymne.


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