Rumänien: 50 Euro für jeden getöteten Straßenhund?

Neues Gesetz sorgt für Gewalt gegenüber Streunern

Sie werden gejagt, gefangen und getötet. Streuner in Rumänien sind Freiwild. Jeden Tag ziehen die Häscher-Trupps durch die Straßen. Jetzt macht anscheinend das halbe Land gegen die Tiere mobil. Der Grund: Straßenhunde hätten schon Menschen gebissen, auch ein Vierjähriger sei durch die Streuner zu Tode gekommen. Anlass genug für eine Jagd auf die Tiere. Laut einem neuen Gesetz darf jetzt jeder gefangene Straßenhund getötet werden, wenn nicht innerhalb von zwei Wochen jemand Anspruch auf ihn erhebt.

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Angeblich kassieren rumänische Häscher für jeden getöteten Streuner Geld.
Weil sie angeblich 50 Euro pro Hund erhalten, fangen Häscher rumänische Streuner, um sie zu töten.

Besonders grausam: Angeblich gibt es eine Art "Kopfgeld". Für jeden Hund sollen die Häscher 50 Euro kassieren – eine Menge Geld in Rumänien, das zum Töten animiert. Seit das Gesetz beschlossen wurde, häufen sich brutale Attacken auf die Tiere. Es wird auf die Streuner geschossen, Menschen zertrümmern ihnen Knochen und Schnauze. Viele Rumänen wollen die Straßenhunde loswerden, protestieren sogar für ihre Beseitigung.

Geht es in Wahrheit um Geld und Korruption?

"Das sind tödliche Hunde", sagt die Präsidentin von 'Mütter für Mütter', Ana Maita. "Das sind wilde Tiere, die mitten in der Stadt leben, aber wie Wolfsrudel sind. Klar, dass sich die auch wie wilde Tiere benehmen, das ist ihre Natur." Aber sind die Hunde wirklich eine Gefahr für Kinder? Im Gegensatz zu einigen Internetvideos präsentieren sich die Streuner unserem RTL-Team gegenüber friedlich, erweisen sich als extrem scheu. Was also ist von dem Gesetz zu halten?

"Dieses Gesetz ist eines der dümmsten, das ich je erlebt habe", sagt die Tierärztin Anca Tomescu, Präsidentin Hilfsorganisation 'Strassenhunde'. Mit Töten würde man das Problem nicht lösen. Auch die Tierschutzorganisation 'Vier Pfoten' glaubt, dass es in Wahrheit vor allem um Geld und um Korruption gehe. "Das geht ganz einfach", erklärt Kuki Barbuceanu: "Da steht in den Büchern, dass man 100 Hunde gefangen und getötet hat, aber es sind nur zehn. So kriegt man viel Geld zusammen, das in irgendwelchen Taschen verschwindet."

Angeblich geht ein Teil des Verdienstes an korrupte Beamte. Es gibt sogar Gerüchte, dass Hunde frei gelassen werden, um sie tagsüber wieder zu fangen und erneut zu kassieren. Beweise für diesen Verdacht gibt es bisher nicht. In diesen Tagen aber ist die erste 14-Tage-Frist vorüber. Dann beginnt das Töten.


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