Rumänien: Ionut Anghel (4) wurde nicht von Straßenhunden getötet

Rumänien: Ionut (4) nicht von Streunern getötet
Der kleine Ionut Anghel (4) wurde von einem Hunderudel zu Tode gebissen.

'Vier Pfoten' veröffentlicht Bericht der Staatsanwaltschaft

Der qualvolle Tod des kleinen Ionut Anghel erschütterte im September 2013 Rumänien. Der Vierjährige war mit seiner Oma und seinem sechsjährigen Bruder Andrei in Bukarest unterwegs, als die beiden Kinder beim Verlassen eines Spielplatzes von einem Hunderudel angegriffen wurden. Ionut starb, sein Körper war mit hunderten Wunden übersät. Nach dem tragischen Unglück entfachte in dem Land eine Debatte über den Umgang mit Straßenhunden. Das rumänische Parlament beschloss in der Folge sogar die Tötung von tausenden streunenden Hunden. Jetzt zeigt ein offizielles Dokument, das die Tierschutzorganisation 'Vier Pfoten' RTLaktuell.de zur Verfügung gestellt hat, was wirklich passiert ist.

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Demnach waren die Brüder kurz vor der Attacke "ungehindert" in das neben dem Spielplatz liegende Privatgelände der Firma Tei Rezidential eingedrungen, wo das Hunderudel hauste. Laut Anklageschrift handelte es sich bei den Tieren allerdings nicht um herrenlose Hunde: "Ungeachtet dessen, dass ein Teil der Hunde, die auf dem Grundstück […] eingefangen wurden, seit 2009 im offiziellen Register des Veterinärzentrums […] erfasst sowie kastriert, mit einer Ohrmarke versehen und gechipt waren, waren diese Hunde seit September 2013 keine Streunerhunde." Sprich: Sie gehörten Tei Rezidential und bewachten dort das Firmengelände.

Allein 16.000 Straßenhunde in Bukarest getötet

Der Bericht kommt zudem zu dem Schluss, dass das Unternehmen "nicht die geeigneten Maßnahmen ergriffen hat, um den Angriff der Hunde auf Ionut durch Umzäunung des Areals zu verhindern".

"Das arme Kind wurde gar nicht von Streunerhunden getötet, aber zehntausende Streunerhunde mussten mit dem Tod bezahlen, um eine unfähige Regierung, die die Situation nicht im Griff hat, von der Schuld reinzuwaschen", klagt Gabriel Paun, Kampagnendirektor bei 'Vier Pfoten' an.

Allein in Bukarest wurden laut Razvan Bancescu, dem Chef der Bukarester Tierschutz-Aufsichtsbehörde ASPA, bisher 16.000 Straßenhunde von der Stadt getötet, und 2.000 sind in öffentlichen Tierheimen untergebracht. Die Hälfte dieser Hunde sei jedoch nach der Aufhebung des Tötungsgesetzes und damit illegal getötet wurden, bestätigte Bancescu. Das Gesetz wurde am 20. Juni 2014 gerichtlich aufgehoben, nachdem 'Vier Pfoten' rechtliche Schritte dagegen eingeleitet hatte. Die Tierschutzorganisation hatte einen schockierenden Bericht und Videoaufnahmen veröffentlicht, die illegale Aktivitäten in der Mehrzahl der rumänischen staatlichen Tierheime enthüllten.


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