'Sandy': USA droht stürmisches Wahlkampffinale

28.10.2012 | 17:01
Hurrikan Sandy, Hurrikan, Obama, Romney Noch können sich Menschen trotz starker Winde am Strand von Virginia Beach aufhalten.

Massen-Evakuierungen in New York

Hurrikan 'Sandy' wirbelt das Wahlkampffinale in den USA kräftig durcheinander. Der befürchtete Jahrhundertsturm an der Ostküste gefährdet die Terminplanung von Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney. Beide sagten bereits wichtige Auftritte ab.

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Meteorologen erwarten, dass 'Sandy' am Montagabend irgendwo zwischen Washington und Boston auf Land trifft. Aus Gründen der Sicherheit ordnete New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg an, dass 375.000 Bewohner in der Millionenstadt ihre Häuser verlassen müssen. Betroffen sind vor allem die niedriger gelegenen Stadtteile im Süden Manhattans, darunter auch das beliebte Tribeca. "Dies ist ein ernstzunehmender und gefährlicher Sturm", warnte Bloomberg.

"Ich denke, Montag und Dienstag werden schwierige Tage", sagte der Chef der New Yorker Verkehrsbehörde MTA, Joseph Lhota. Im 'Big Apple' wurde vorsorglich das gesamte öffentliche Verkehrssystem gestoppt. Auch Flüge wurden gestrichen.

Dass Busse und Züge wie U-Bahnen wegen schlechten Wetters gestoppt werden, gab es bislang erst einmal: Als Hurrikan 'Irene' 2011 über New York hinwegzog. Der Sturm könne jedoch so viel Wasser auf das Land drücken, dass die Tunnel volllaufen könnten. Für schmale Inseln vor New York gab es Evakuierungsbefehle.

Zudem gibt es düstere Prognosen, wonach der Sturm zu weit verbreiteten Stromausfällen führen wird, die bis zum Wahltag am 6. November auch die Stimmabgabe beeinträchtigen könnten. Der vom Atlantik herannahende Hurrikan überlagerte auch neue Umfragen: Demnach liegt Obama in den beiden besonders heiß umkämpften Bundesstaaten Ohio und Virginia knapp in Führung.

Obama will 'Kathrina'-Desaster vermeiden

Wahlhelfer beider Lager befürchten, dass 'Sandy' Frühwähler davon abhalten könnte, ihre Stimme abzugeben. Tagelange, sturmbedingte Stromausfälle hätten außerdem zur Folge, dass die Wahlkämpfer ihre Zielgruppen nicht wie gewünscht erreichen könnten.

Präsident Obama sagte zwei Wahlkampfauftritte ab. Wegen des Wirbelsturmes könne er einen Termin mit Ex-Präsident Bill Clinton am Montag im US-Bundesstaat Virginia nicht wahrnehmen. Er wolle lieber im Weißen Haus sein, um die Sturmfolgen und die Koordinierung der Hilfsmaßnahmen intensiv zu verfolgen, teilte sein Sprecher Jay Carney mit. Einen Stopp am Dienstag in Colorado strich Obama ebenfalls aus dem Programm.

Der Amtsinhaber will vor der Wahl in anderthalb Wochen unbedingt ein Desaster wie nach Hurrikan 'Kathrina' im August 2005 vermeiden. Damals geriet Ex-Präsident George W. Bush heftig wegen der unkoordinierten Hilfe der Regierung in die Kritik.

Auch der republikanische Herausforderer Romney hatte seine Wahlkampfpläne sturmbedingt ändern müssen. Anstatt - wie geplant - nach Virginia, reiste er am Samstag nach Ohio.

Bildquelle: Reuters