Schlafmangel verändert Aktivität Hunderter Gene

26.02.2013 | 19:32
Schlafmangel, Schlafstörungen Eine neue Studie beweist: Schlafmangel hat einen schlechten Einfluss auf zahlreiche Gene.

Ständig zu wenig Schlaf macht krank

"Schlaf mehr, dann wirst du auch nicht krank": Diesen Rat untermauern Wissenschaftler mit einer neuen Studie. Eine Woche Schlafmangel hat demnach einen schlechten Einfluss auf zahlreiche Gene. Das berichten Forscher in dem Fachjournal 'Proceedings' der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ('PNAS').

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Für die neue Studie kamen 14 Männer und 12 Frauen jeweils zweimal in ein Schlaflabor. Einmal durften die Versuchsteilnehmer eine Woche lang nur sechs Stunden pro Nacht schlafen – im Durchschnitt schlummerten sie 5,7 Stunden. Das andere Mal durften sie sieben Nächte lang jeweils zehn Stunden schlafen – nach durchschnittlich 8,5 Stunden waren sie ausgeschlafen. Nach beiden Wochen mussten sie jeweils 39 bis 41 Stunden durchgehend wach bleiben.

Während des Schlafentzugs wurde den Teilnehmern alle drei Stunden Blut entnommen. Daraufhin ließ sich prüfen, wann welche Gene aktiv sind. Demzufolge waren insgesamt 711 Gene nach dem Schlafmangel beeinflusst. Das macht 3,1 Prozent der etwa 23.000 Gene aus, die in der menschlichen Erbsubstanz stecken.

Betroffen waren vor allem Gene, die für Entzündungen, Immunantworten und Stressreaktionen verantwortlich sind. Der Schlafmangel beeinflusste der Studie zufolge auch die Aktivität von Genen, die normalerweise einem Tag-Nacht-Rhythmus unterliegen. Das sind zum Beispiel Gene, die den Stoffwechsel steuern.

Damit wurde erstmals untersucht, wie viele Gene insgesamt beim Menschen von chronischem Schlafmangel beeinflusst werden. Frühere Studien hatten sich bisher nur auf einzelne Gene konzentriert.