So gefährlich sind Energiesparlampen wirklich

Lampe zerbricht: Vierjährigem fallen die Haare aus

Energiesparlampen scheinen gefährlicher, als bisher angenommen: Zerbricht eine, verdampft in Sekunden Quecksilber. Ein unsichtbares Gift, das der vierjährige Max aus Oberbayern eingeatmet hat, weil er nicht schnell genug den Raum verlassen konnte. Kurz nachdem der kleine Junge im Januar 2010 mit dem giftigen Gas in Berührung kam, wurde er plötzlich krank.

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Energiesparlampen gefährlich Quecksilber
Die gefährlichen Energiesparlampen sollen laut EU bald in allen Haushalten brennen. © picture-alliance/ ZB, Karlheinz Schindler

Als Max vom Spielen nach Hause kam und seine Mütze abnahm, war sie voller Haare. "Die konnte man einfach vom Kopf abziehen", berichtete der Vater. Das Haus der Familie war nach dem Vorfall erst einmal nicht bewohnbar. Durch das Quecksilber einer einzigen zerbrochenen Energiesparlampe wird nämlich der Grenzwert für Wohnräume um das 20-fache überschritten.

Die Familie wurde verschont, aber Max ging es immer schlechter: "Das Kind sah aus, als wäre es ein Leukämiepatient, der gerade eine Chemotherapie erhält", beschreibt die Mutter. Außerdem war der Kleine seinem Arzt zufolge aggressiv und hat gezittert. Aber dabei bleibt es oft nicht. Ist das Quecksilber einmal im Körper, sucht es sich seinen Weg bis ins Gehirn. Der Chemiker Gary Zörner erklärt: "Quecksilber frisst die Nervenzellen in gewisser Weise auf und geht in die Nerven rein. Sie brechen am Ende ab, so dass der Schaden bleibt."

Im Ernstfall: Fenster öffnen und Raum verlassen

Trotzdem soll die Energiesparlampe laut EU-Kommission bald in allen Haushalten brennen. Ende Mai zeigt der Film 'Bulb Fiction', dass der Entscheidung aber eine eher fragwürdige Studie zu Grunde liegt. Demnach wurde Quecksilber nur in zerstörten Lampen gemessen, bei denen der gefährliche Dampf längst weggezogen ist. Außerdem wurden gerade einmal fünf Birnen untersucht - die Studie ist damit wertlos, sagen Experten.

Im Ernstfall ist deshalb Folgendes wichtig: Zerbricht eine Energiesparlampe, sollte man sofort die Fenster öffnen und den Raum verlassen. Das zerbrochene Glas sollte später nur mit Handschuhen und im Idealfall auch einer Atemschutzmaske beseitigt werden. Splitterreste können aufgesaugt werden. Anschließend sollte der Beutel entfernt werden und der Sauger noch etwa zehn Minuten an der frischen Luft weiterlaufen. Nur so können sich die giftigen Dämpfe nicht absetzen.


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